Coronavirus: Jetzt den Präsenzunterricht auf Online transformieren

Der Corona-Virus zwingt aktuell viele Trainer, Ausbildende und Lehrpersonen ihre Lehrveranstaltungen von Präsenz auf Online umzustellen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie mit wenig Aufwand ihren Präsenzunterricht in Online-Formate transferieren.

Teilnehmer und Studierenden wollen Ihr Gesicht sehen: Lehrvideos gehörten einfach dazu

Selbstverständlich ist der virtuelle Austausch nicht vergleichbar mit einer direkten Begegnung von Mensch-zu-Mensch. Trotzdem ist es wichtig, von Beginn an auch Online eine positive Beziehung zum Gegenüber aufzubauen. Wir Menschen schätzen es, das Gesicht und die Stimme von unserem Gesprächspartner zu sehen und hören. Darum gilt: Stellen Sie sich vor die Kamera, sprechen Sie … und ihr Angebot wird mit Sicherheit attraktiver und motivierender.

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Ihr Auftritt muss nicht „perfekt“ sein, sondern informativ und ansprechend. Kleine Versprecher oder Ihr Kind, welches kurz durch den Hintergrund läuft, lassen Sie authentischer und noch sympathischer erscheinen.

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Die richtigen Schritte für die Aufnahme einer ersten Video-Botschaft

  • Was will ich meinen Zuhörenden sagen?
  • Geht es um eine persönliche Vorstellung im Sinne von „wer bin ich, was ist meine Erfahrung, wo liegt meine Expertise“, dann fügen Sie zusätzlich noch eine persönliche Information bei („In meiner Freizeit bewege ich mich gerne im Wasser und auf dem Wasser“ oder „die ungewöhnlichste Erfahrung als Trainer für Didaktische Reduktion erlebte ich während einem Auftrag in Shanghai …“).
  • Bereiten Sie Ihr „Aufnahme-Studio“ vor. Dies kann ihr normaler Arbeitstisch oder das Stubensofa sein. Für die Tonqualität hilfreich ist es, wenn Sie eine Umgebung mit viel Stoff wählen. Darum könnte auch das Schlafzimmer ein geeigneter Ort sein, sofern dort viele Vorhänge den Schall schlucken helfen.
  • Auch wenn Sie tagsüber aufnehmen, stellen Sie möglichst viele Lampen an. Dies führt zu einem helleren und besser ausgeleuchteten Gesicht – was immer gut ankommt.
  • Für den Start mit laufender Kamera empfiehlt es sich, sich selber schon einmal „warmzusprechen„. Sprechen Sie einfach drauflos, erzählen Sie eine fröhliche Begebenheit, Plaudern Sie. Diesen Einstieg schneiden Sie später raus.
  • Schauen Sie die erste Aufnahme an und entscheiden Sie, ob es einen zweiten Durchgang brauch. Bald realisieren Sie, was funktioniert und wie Sie diese Aufgabe am liebsten anpacken.
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Die wichtigsten Tipps für eine gute Positionierung von Video-Trainerin Judith Steiner.

Dieses Material hilft Ihnen weiter

  • Ihr Smartphone reicht als Kamera meist völlig aus. Alternativ nutzen Sie die Kamera Ihres Tablets. An dritter Stelle kommt das Laptop mit der dort eingebauten Kamera in Frage. Die Laptop-Kameras liefern zum Teil schwächere Schärfe, als Ihr Smartphone oder Tablet.
  • Ein Stativ ist oft hilfreich und spart Zeit, um das Aufnahmegerät in die richtige Position zu bringen.

10 Tipps für Videoaufnahmen mit Smartphone Yvo Wueest

  • Für einen guten Ton lohnt sich ein externes Mikrophon. Dies kann auch ein Headset mit Mikrophon sein. Ich arbeite mit einem Rode-Mikrophon.
  • Für den Schnitt des fertigen Videos brauchen Sie kein exklusives Schneideprogramm. Vermutlich löschen Sie ja einzig den Beginn und kürzen das Ende. Dies funktioniert direkt auf Ihrem Smartphone. Alternativ laden Sie sich den kostenlosen Video-Player VLC runter, der Sie beim Schneiden unterstützt. Oder leisten sich ein Camtasia-Programm. Wertvolle Tipps für bessere Video-Aufnahmen finden sich im Blog von Judith Steiner.

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So transformieren Sie Ihre Referate in eine Video-Präsentation

Wie gelingt es Ihnen, Ihre Inhalte der Schulung oder des Workshops in ein Video-Format zu transferieren? Nutzen Sie eine PowerPoint oder Keynote, dann können Sie diese direkt am PC zeigen, besprechen und als Screencast aufnehmen. Die Aufnahme wird als MP4-Datei abgespeichert und kann später beispielsweise auf Ihrem YouTube-Kanal abgelegt werden. Sofern Sie dort diese Aufnahme als „privat“ definieren, können nur Personen, die von Ihnen den Link zu dieser Aufnahme erhalten haben, den Video ansehen.

Screencast – die Ruck-zuck-Video-Aufnahme

An technischer Ausstattung brauchen Sie einzig ein Mikrophon. Sofern Sie kein externes Mikrophon haben, könnte ihr eigenes Smartphone die bessere Qualität als Ihr Laptop liefern. Der oben erwähnte kostenlose VLC-Player kann gut als Screencast benutzt werden. Screen-Cast-o-Mat oder Snagit sind Alternativen für die Aufnahme ab Bildschirm. Wer mehr Geld investiert ist mit Camtasia gut bedient. Hier kann allerdings die Vielfalt an technischen Möglichkeiten einen Laien zu Beginn abschrecken. „Weniger ist mehr“, hilft hier als Richtschnur für die Fokussierung.

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Yvo Wüest im Video-Training bei der erfahrenen Dozentin für Video-Technik Judith Steiner.

Welche Plattformen und welche Tools eigenen sich für den Einstieg?

Sofern Sie noch nicht über eine eigene LMS (Online-Lernumgebung) verfügen, beispielsweise die Lernplattform Moodle, die Sie als zentrale Austauschplattform nutzen wollen, stehen Ihnen verschiedene Varianten offen.

Mein Favorit für „synchronen“ Austausch (zeitgleiches Kommunizieren) ist die Webinar- und Meetingsplattform Zoom. Für den Einstieg gibt es dort einen kostenlosen Zugang. Dieser erlaubt allerdings nur Gespräche bis 40 Min. Wer länger und in einem professionellen Kontext Zoom nutzen möchte, braucht ein Monats- oder Jahresabo. Hier gibt’s meine Anleitung_Zoom Lizenz  Und hier meine Anleitung um ein Meeting zu betreten: Anleitung Zoom Meeting starten   

Auf der Plattform Zoom sieht man sich ‘wie normal’ und kann den Bildschirm dabei teilen. Auch Whiteboard und Kommentarfunktionen unterstützen den Austausch. Einfache Erklärfilme über die Anwendung von Zoom finden sich im Netz. Die bereits erwähnte Judith Steiner, Fachfrau für Video-Technik, erklärt hier worauf es bei Zoom ankommt. Für Fortgeschrittene gibt’s zusätzliche Zoom-Tipps hier.

Die direkte Ansprache der Studierenden und Teilnehmenden auf Zoom lässt sich kombinieren, mit einer Datenablage auf DropBox. Einzelne Übungen und die Präsentation von Gruppenarbeiten lassen sich auf Padlet umsetzen. Oder mit einem VoiceThread als fortzusetzender „Gesprächsfaden“. Padlet wird hier von Sebastian Schmidt gut erklärt.

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Zur kollaborativen Anwendung „Voice-Thread“ schrieb ich auf der Webseite e-teaching.org einen Fachartikel.

Hier finden sich weitere Varianten für kollaborative Online-Tools. Die PH Schwyz sammelt auf dieser Seite interessante Tools unter dem Titel „Lernen trotz Corona“. Wer statt auf Zoom lieber mit MicroSoft-Teams oder One-Note arbeitet, findet ein Anleitung hier.

Woran müssen wir in Zeiten des Corona-Virus denken?

Sie verfügen inzwischen über eine halbwegs etablierte technische Umgebung für den Start? Dann überlegen Sie sich, wie es um den konstanten Zugang zu WLAN und Internet von Ihren Teilnehmenden und Studierenden steht.

  • Die nächsten Wochen und Tage zeigen, ob während der Zeit des Corona-Virus die Server-Leistungen phasenweise zusammenbrechen oder verlangsamt arbeiten
  • Gehen Sie davon aus: viele Menschen verfügen nur über ein begrenztes Datenvolumen, besonders auf ihren Smartpones.
  • Das folgende Gedankengerüst ist hilfreich:
  1. Morgenroutine etablieren und Tagesstruktur vermitteln 
  • In einem bestimmten kurzen Zeitfenster kommen alle einen Moment zusammen. Dies stärkt auch die soziale Verbindung. Ich nutze dazu Zoom, alternativ kann auch eine WhatsApp-Gruppe diesen Dienst übernehmen. Es geht um Begrüssung, Status Quo, Tages- oder Wochenplanung. Allenfalls auch Zwischenstand klären und gute Gedanken und Empathie zu äussern.

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2. Kollaborativ arbeitende Teams definieren

  • Studierende sollen sich in wechselnden Teams gemeinsam an Aufgaben setzen und diese solidarisch unterstützend im getrennten Austausch bearbeiten.
  • Sofern größere Aufgaben in verschiedene kleinere Teilaufgaben zerlegt wurden, können die Kleingruppen kooperativ daran arbeiten. Die Morgenroutine oder die definierten Zeitfenster dienen dann dazu, über die Ergebnisse und Erkenntnisse auszutauschen. Über tlk.io kann tagsüber ein Backchannel für Rückfragen an die Kursleitung eingerichtet werden. Es ist sinnvoll und für die Studierenden entlastend,  den Chat in der Videokonferenz frei zu lassen.

3. Nachmittagsroutine

  • Nach dem Mittagessen kommen erneut alle Studierenden über Zoom oder eine andere Austauschplattform zusammen. Sie berichten von ihren Herausforderungen, Problemen, Erkenntnissen.
  • Die Nachmittagsbesprechung dient auch dazu, in der Gruppe zu klären, wer gerade über viel Zeit verfügt, und wer (da er soziale Aufgaben im Familien- oder Freundeskreis umsetzen will) dankbar ist, wenn er Unterstützung findet. Hier geht es darum Inhalte zu sammeln, zusammenzufassen oder aufzubereiten.

4. Austausch der Trainer, Ausbildende und Lehrpersonen 

  • Der Corona-Virus zeigt, dass spätestens jetzt alle Beteiligten in den „Lernmodus“ wechseln sollten.  Dies funktioniert noch besser, wenn „Lehrende“ sich regelmässig untereinander austauschen und ihre Lernerkenntnisse besprechen.
  • Alle Beteiligten profitieren von den Fehlern und Lessons learnt der anderen.
  • Auf der digitalen Pinnwand Padlet können Ergebnisse notiert, geteilt und kommentiert werden.
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Der Erklärvideo zur digitalen Pinnwand Padlet von Sebastian Schmidt.

Padlet ist auch geeignet für Brainstorming. Zusätzlich zu Text können Teilnehmende auch Fotos, Dateien, Zeichnungen, Links und Audioaufnahmen hochladen. Per Kommentarfunktion ist die Seite gut für Feedback geeignet. Hier geht’s zum Padlet von Jan Marenbach über den Aufbau virtueller Lernräume ohne LMS.

Als Alternative empfehle ich Telegraph. Hier können die Teilnehmenden wie in einem Blog arbeiten. Texte schreiben, URLs einbinden und Fotos hochladen. Die Seiten löschen wir nach ein paar Tagen. Der Link kann im Chat geteilt werden. Tim Kantorei erklärt hier in einem Tutorial die Funktionsweise von Telegra.ph.

Individuelles Feedback der Lehrperson per Stimme kann über qwiqr mitgeteilt werden. Wenn ich Rückmeldungen der Teilnehmenden und Studierenden sammle, beispielsweise während einem Zoom-Webinar, nutze ich mentimeter.com. Für ein Quiz oder zur Überprüfung lässt sich kahoot.com einsetzen. Hier findet sich ein Kahoot-Quiz zum Thema „Remote-Lernen“.

Die kostengünstigste Variante für Videos nochmals zum Schluss

Screencasts sind leichter zu erstellen, als viele denken. Sofern Sie mit PowerPoint arbeiten, geht’s noch einfacher: Sie können dort Ihre Slides und Ihre Stimme sofort als Video aufnehmen, ohne Zusatzkosten. Wiederum hilft ein externes Mikrophon, die Qualität des Tones zu verbessern. PowerPoint erlaubt Ihnen zudem, die Webcam einzustellen. Ihr Gesicht wird dann mit aufgezeichnet und in einer Ecke des Videos angezeigt. Zurückhaltendere Persönlichkeiten, nehmen nur die Folien auf.

Viel Glück und gutes Gelingen für Ihre nächste Video-Produktion und den Transfer Ihrer Inhalte auf Online. Suchen Sie Unterstützung in der Konzeption und Umsetzung, dann kontaktieren Sie mich für ein Mandat. Wünschen Sie ein persönliches Online-Coaching, dann finden Sie auf Fiverr mein aktuelles Angebot.

The proof of the pudding lies in the eating – Referate auf Englisch durchführen. Zweiter Teil … erklären und anleiten!

Partner- und Gruppenarbeit auf Englisch stößt bei Teilnehmern oft erst einmal auf Widerstand. Im dritten Teil dieser Serie geht es darum, wie der Trainer oder die Trainerin den Teilnehmenden die gemeinsamen Aufgaben verständlich erklärt und sie zur engagierten Arbeit in Kleingruppen anleitet. 

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“In the next phase, you’ll need to be split into groups.” Do keep in mind that these words aren’t often greeted with enthusiastic cheers. Most people either like working alone or with someone they know so not everyone will relish the chance to work with other participants. When it comes to working in an international group, feelings of reservation is obvious.

Perhaps it is possible that some members come from a cultural background where the trainer is seen as the expert and working with other members of the group isn’t valued or not fully appreciated. Maybe they are having difficulties adjusting to the foreign language or they’re wondering if they’ll be able to express their ideas clearly enough? Will others understand them and vice versa? Maybe they’re making scenarios about not wanting to be grouped up with certain individuals.

Whatever the nature of their reservations be, it is important for you to motivate each and every member of the group for the training while reducing complexity and making sure that everyone precisely understands what they need to do.

The best ways to introduce the task?

Try going for a motivational introduction as it’ll provide a huge boost to your students and help them overcome any initial resistance or apprehension. You can make use of the following phrases and link into whatever portions or activities you’ve already covered in the training/seminar and/or to the daily work of the participants.

  • During the mandatory introduction rounds, some of you mentioned that you’re often faced with… In these activities, you’ll be working with the assigned partners to develop different ways to deal with these issues.
  • The following activities are my favorite because…
  • The next activity has numerous advantages including…
  • What I love about the activity that you’ll be doing now is…
  • Before the break, we looked into these topics… now, we are going to put those topics into practice.
  • Before the break we looked at… in the next activity, we’ll be building on that and…
  • In your daily routine, you often have to… now I’m giving you the chance to brainstorm ideas to do that more simply and efficiently.
  • Are you ready to put everything that you’ve learned so far into practice? The following activity will allow you to do just that!
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Siehe auch Kapitel 3 „Strategies to reduce learning content“ im Fachbuch „Essentials“, hep Verlag 2018 von Yvo Wüest und Franziska Zellweger.

How you should explain to them what to do?

I must admit, there are times I’m amazed by the way people can interpret what I used to think were perfectly clear instructions. Perhaps explaining in a foreign language does increase the risk of confusion and misinterpretation. If a few group members aren’t absolutely clear to what their task is, it is possible that valuable time will be wasted.

Here are some of the phrases that you can to make yourself and your group members sure of what they need to do.

With whom you’ll be working?

  • The next activity will be performed in pairs and I’m giving you all the responsibility of choosing a partner with whom you haven’t paired up before.
  • I’d like everyone to split up into groups of two. The person sitting next to you will be your partner for the next task. I’d like you to…
  • I’ll be putting you all into groups of three for the next task.

Where do you need to work?

  • Find a place where you’ll be able to work without any distractions. You are free to use the room adjacent to our classroom or the foyer.
  • If you find yourself at your creative best, feel free to use the tables outside.

How much time you’ll have for your next task?

  • This is a critical part of your training, so I have planned a whole hour for it.
  • You have an exact 30-minute time limit to complete your next activity. I’ll let you know the remaining time at uniform intervals.
  • I’m giving you 15 minutes to come up with…
  • Take this much time to… (What exactly the students have to do?)
  • First I need you to…
  • Then use that… to…
  • After doing that, please…
  • Don’t forget to… (Mention the resources that the students need to use)
  • You’ll find pens and sheets in the last row of tables.
  • Feel free to use the materials provided.
  • Help yourself to the materials you need.

What is the end result of this task?

  • The end goal for each group is to come up with…
  • Each group should aim to produce…
  • At the end of the allotted 30 minutes, I’d want you to be ready with…
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Photo by Pixabay on Pexels.com

Important instructions to give before starting the task

Depending on the situation and the groups, some of the participants will be comfortable to ask questions that they have in front of others. However, there will be some people who feel shy and uncomfortable doing so (maybe because they have weak social skills or language skills). It would be a great idea to explicitly point out that you are available to answer any questions that they have on a one-to-one basis too. To make them feel open to asking questions, you can give the following instructions.

  • Do any of you have any questions? Is there anything that isn’t clear to you?
  • On the flipchart, I’ve written the individual steps so you can feel free to get your queries cleared out if you’re unsure about what you need to do.
  • If you’re unsure of any step of the task, just call me. I’ll come around to each group and clear up any uncertainties.

 

You have put a lot of time and effort into choosing the best presentation technique, didactical reduction, reducing complexity, and more so make sure that you get the most out of it. Invest extra time to decide on the best ways of introduction and explain activities and tasks in English.

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Training „Didaktische Reduktion im Kontext von Industrie 4.0“, BOSCH GmbH, Reutlingen 2018

Wenn Teilnehmer in einem Seminar die Ergebnisse einer Gruppen- und Partnerarbeit präsentieren, fühlen sich einzelne Teilnehmende mitunter nervös. Für Trainer ist es an dieser Stelle wichtig, mit ihrem wertschätzenden Feedback den richtigen Ton zu treffen. Wie das auf Englisch gelingt, erfahren Sie im folgenden, vierten Teil.

Seeing the outcome of the seminar or the activities in the training is something that I enjoy a lot. The participants are also excited to hear what their fellows have come up with. So obviously, there will be a sense of anticipation with a pinch of nervousness in the room.

If a trainer is working with a group of international students, there are two primary challenges at this stage.

  • You’ll have to make sure that every participant is able to get their message across in a clear and efficient manner in the foreign language
  • When you’re providing the feedback, you need to hit the right tone and choose the correct approach that is acceptable for everyone, no matter what their cultural background

The following sections will focus on the two challenges mentioned above while also looking at some of the phrases to help you get started and wrap things up.

Phrases to help you get the ball rolling

Firstly, your students should know how you intend on going about collecting the results. You’ll have to find the right words that motivate the pairs or groups to take the plunge and get the training off to the perfect start.

  • This is the part where it all comes together. Now, I want each pair or group to come to the front and present their ideas.
  • Each pair/group will get an opportunity to show everyone what they’ve come up with.
  • Some of you have given me exciting topics. XY, would you start us off on your thoughts about this topic?
  • I’m impressed by the ideas you all came up with. Who is going to present their thoughts first? Are there any volunteers?
Blumen Cham März 2019

Blumenpracht bei Blumen Arnold, Cham 2019

 

Phrases to help you ensure clarity

Some of the participants might need extra support especially when it comes to presenting their ideas to the crowd in English. If you’re uncertain about what they mean or you’re under the impression that other members of the class are confused by the terms they used or you feel that the presenters are saying things that are too theoretical, you can simply tell them that you are there to help them out every step of the way. Try asking these questions to make sure the students are able to get their ideas across effectively.

Asking for an explanation

  • I’m sorry to interrupt you but I didn’t quite catch what you meant by…
  • I didn’t understand you completely… could you please explain again?
  • Just to be on the safe side, what did you mean by…?
  • When you say… do you mean… or…?

 

Asking for a confirmation

  • Just to make sure that everyone understands you correctly, are you saying that…
  • So you’re suggesting that… Is that right?
  • Sorry, are you trying to imply that…?
  • That’s an interesting point. Could you please give us a relevant example?
  • Could you please give us a bit more information about…
  • Can you please explain the last point in a way that is more detailed?

 

Phrases to keep in mind when giving the feedback

Most students are eager to hear the feedback or your opinion on how they performed and the areas that they can improve on. But this is a critical area where there exist great cultural differences. For instance, receiving feedback in front of other students is fine for many students but some of them might feel uncomfortable with it. Before giving feedback, look into what is going to be acceptable to your participants and then choose the best way to approach the same. In general, describe what you’ve observed and emphasize that their subjective point works well. Here are some of the phrases that’ll help you provide feedback in an acceptable way while also underlining the positives.

  • In my opinion… was very effective.
  • In general, your presentation went very well but…
  • At several points during your presentation, I saw that you…
  • It is clear that you’ve put a lot of thought into… but (Go on to describe any negative points that you observed)
  • For me, these points came across as…
  • When you were talking about… I didn’t quite understand…
  • I feel that… It would be better to avoid using words like really, very, completely, and extremely. (Then explain the possible impact)
  • I feel this would result in/lead to…
  • How else you could…?
  • I feel there is a possible risk that… (Talk about improvements)
  • Have you thought of any alternatives?
  • What do you think about…?
Beispiel Abschlussfolie Yvo Wueest

Schlussfolie als Impuls für eine Transfer-Diskussion, Januar 2020, Yvo Wüest

Phrases to help you wrap things up and thank the participants

Presenting their views and ideas in English in a class full of other students is not easy for everyone.

A few students will probably need a little push to overcome nervousness. To finish off this phase of their training on a positive note, let them know that they’ve done well and how much you appreciate their efforts.

  • I was really impressed by the creative suggestions you came up with.
  • Wow! You presented several great ideas! Let’s build on those in the next phase of the workshop.
  • Thank you, everyone. I’m sure you all will take away a lot of interesting ideas from the time you spend in this seminar.
  • A big thank you to everyone for putting so many thoughts and efforts into your presentations. You all were great to listen to and you had tons of great ideas.
  • I’d like to thank each participant for sharing their ideas with us.

 

This phase is a demanding yet rewarding part of the seminar, especially for a trainer. In this phase, you’ll need to be able to use English quite precisely. Stick to the phrases mentioned above as they’ll help you to ask the right questions as well as give important feedback sensitively.

Den Auftakt mit Teil 1 und 2 dieser dreiteiligen Serie, finden Sie hier: https://lnkd.in/enMERq5

 

The proof of the pudding lies in the eating – Referate auf Englisch durchführen

Präsentationen und Referate auf Englisch durchführen … is it a challenge for you? In international ausgerichteten Firmen und Organisationen, ist Englisch oft die relevante Arbeitssprache. Immer häufiger kommt es vor, dass deutschsprachige Mitarbeitende ihre Präsentationen und Referate auf Englisch halten sollen.

Doch wie fühlen sie sich dabei? Auch wenn Mitarbeitende es gewohnt sind, bei der Arbeit, in Ihrem Team, täglich oder sogar mehrheitlich Englisch zu sprechen und zusätzlich über einen breiten Wortschatz verfügen, fragen sich Nicht-Muttersprachler oft:

  • Wie formuliere ich auf Englisch Arbeitsaufträge freundlich und korrekt?
  • Wie lade ich zu einer konzentrierten Arbeitsatmosphäre ein?
  • Wie gebe ich wertschätzende, akkurate Rückmeldungen?
  • Und wie fasse ich zusammen?

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Yvo Wüest, Dozent für Didaktische Reduktion und Transkulturalität, ist der Autor von zwei Fachbüchern und mehrerer Artikel für Erwachsenenbildung. Als Trainer ist er in der Schweiz und international unterwegs. In diesem Artikel gibt er Referierenden Formulierungen an die Hand, die ihnen helfen, ihre nächste Präsentation auf Englisch mit mehr Leichtigkeit und Souveränität, durchzuführen.

Wie lege ich los oder … How to beginn a presentation?

With this article, let us make sure that the introduction round that you are about to deliver is as fluent when speaking in English, as it would have been had you used German to express yourself.

The phrases that have been provided in the following sections will aid you in properly introducing yourself in English, and also encourage the participants to introduce their own selves. These phrases will also help you in asking the right questions that will enable you to collate all the information you would need. The choice of phrases that would best work for the training you are conducting is completely up to you. Pick the ones which will work best for your training.

Phrases to introduce yourself

Each and every training differs from one another and so does the information that you deliver during your introductory speech. The context of the training decides what information you need to deliver. You also have to keep in mind that different cultures, regardless of whether they are national or they are organizational, focus on varying aspects. While certain introductions stress more on experience and qualifications, others require you to provide information that is personal. Once you have decided what angle works best with the situation you are delivering the introduction for, you can select the perfect phrase from the following section to properly construct your personal introduction. These phrases include:

  • „If you can give a decent speech in public or cut any kind of figure on the podium, then you never need to dine or sleep alone“, said the late Christopher Hitchens, an English-American author, journalist, and social critic … and one of my idols for enlightening presentation techniques.
  • A very good morning to you. My name is (your name) and I am very delighted to enjoy your presence at (name of the seminar you are holding).
  • A very good morning to you as I would like to warmly welcome you to the (name of the seminar you are holding).
  • Let me bring about a start to this day by speaking a few lines regarding myself.
  • I had originally been a student of (name of the subject you studied) and have eventually worked in the related field for (number of years of experience) years.
  • Upon graduation, I entered the working world as a (name of profession) and started working with various international (name of the sector you worked in) companies, before …
  • I qualified for the position of an official and certified trainer in the year (year you qualified in), and have trained several groups successfully in (topic of your training) since then.
  • During times that I am not working, I like to spend my free time by doing …
  • The topic that I am about to speak on today is one of the favorites that I have. The reason for it being so is …
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The Beginning of a Presentation

Phrases to encourage participants to introduce themselves

Unless and until you are dealing with people who are fluent in English, it is quite natural for the participants in your training to feel hesitant about speaking out or introducing themselves in English. With the help of a proper framework and didactical reduction, which makes the process simplified, you would be able to achieve this task in an easy manner and also make the process stress free for your participants. You should also make sure that you write down the points that you are about to ask in the flipchart that has been provided to you, as it will allow you to have added support. Please read the following phrases that you can adapt according to your training situation and context you are speaking them in.

  • This makes me more interested in learning further about you. If you don’t mind, I would like you to please introduce yourself by first mentioning your name, speak a little regarding about the job you do (this works for in-house training sessions as well, whereby you ask the individual’s job role in the company) and whether you are well acquainted and experienced with (the seminar topic: for e.g. ‘Presentation Techniques’ or ‘Didactical Reduction’).
  • In order to aid a better understanding of each other I would like you to introduce yourself in front of the group and answer the corresponding three questions that I am about to ask of you. What is most enjoyable thing regarding your job? When was the last time that you really felt like you had achieved something? What was the main reason that made you attend this seminar?
  • For this introduction round, I would like to bring your attention to the points I have written down on this flipchart, and I would also like you to briefly speak on them.

Important Tip: As soon as the participants entered and you greeted them, you should be able to fairly gauge the English speaking skills that the majority of the crowd possesses. In the case that you find yourself dealing with a group which consists of fluent speakers as well as complete novices, the best choice would be to pick an individual whose command over English is somewhere in the middle, and ask him/her to introduce himself/herself.

The reason behind this is simple. An exceptional speaker of English would immediately intimidate those who are poor in the language, while a weaker speaker will provide encouragement to those who are similarly well equipped in English and urge them to participate and try to answer the points you have mentioned on the flipchart. They would also be delighted to hear the thoughts of a person who has a similar command over English as the weaker speakers and would possibly want to learn about the thoughts they have before grabbing a chance to speak for themselves.

I can't Optimismus

Phrases to use when fishing for more details

During training seminars, it is a brilliant practice to be able to know your audience, and having phrases that will allow you to accrue more details about an individual can prove to be quite useful. This process is also a great way to encourage and support that section of the audience, which is weak in English. The reason that these speakers have kept their introductions short is probably because they are not confident with speaking English.

  • Could you please elaborate a little further regarding the (topic)?
  • I am quite intrigued by what you had to say about the (topic). I am quite interested in knowing more about what you thing. Could you please elaborate further?
  • The details that you gave regarding the (topic) were truly fascinating. Can you please elaborate on it a little more? The words you said touched the (topic) but I would like you to expand a little more on the same.

Phrases to use when you did not understand the words the participants were saying

It should not be a cause of embarrassment if you did not understand the words a participant spoke. If you haven’t understood, there are high chances that other members in the audience have also not understood it. Therefore, by asking again, you are actually helping everybody else as well. The following phrases will help you in being specific regarding the thing that you did not comprehend properly.

  • Could you please explain (the thing you did not understand) again?
  • I beg your pardon but I could not properly catch what you said regarding …
  • Can you please tell me again, about what you do?
  • Please correct me if I am wrong. You said that you are a (the job that you understood the speaker saying).
  • Please allow me to be completely sure which particular information you are searching for …
  • Am I right when I say that I understood you to be responsible for (the job that you understood the speaker saying)?

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Phrases to use to ensure that you got the participants name correctly

A great way to create a connection with the participant is by referring to him/her by his/her name. Therefore, if you did not properly understand how someone’s name is pronounced, the best practice is to clear the confusion straight away. So, make sure that you ask the person to repeat himself once again, rather than making the mistake of calling him/her by a wrong name throughout the seminar. The following phrases will help you in that regard:

  • I beg your pardon but I am not completely sure how your name is pronounced. Can you please repeat it for me again?
  • (The pronunciation of the participant’s name that you think to be correct)- Is that correct? You are (the pronunciation of the participant’s name that you think to be correct)?

The time you spend behind preparing for the introduction round of your seminar is time that you are spending profitably, especially if you are worried and nervous about having to hold a seminar completely in English. If you get the introduction round right, it will help you to feel relaxed and comfortable, while also ensuring that your seminar starts with a bang.

TEIL 2

Am Anfang eines Seminars müssen zunächst grundsätzliche Fragen geklärt werden: Agenda, Pausen, Regeln zur Interaktion und Vertraulichkeit … Schaffen Sie als Referentin oder Trainer gleich von Beginn Klarheit für die Teilnehmenden.

The tense and anxious atmosphere that looms before the beginning of a seminar is quite familiar, as participants are expectant and curious about what is going to ensue in the coming day(s). The participants might also be worried about whether their language skills and former knowledge would be put to the test, and the tension expounds, as the participants don’t know each other that well and might be worried about whether they would be able to gel with each other properly or not. They would also be creating their first impressions regarding you as a trainer. Therefore, in such situations transparently providing a clear framework and agreeing upon certain rules at the very beginning would prove to be quite useful in the long run. This allows you to establish a sense of direction and provide security and stability to the entire group.

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Phrases to use to present the agenda

You must have spent considerable time deciding upon the best sequence in which you are going to present the materials that you have for the seminar in front of your audience. Although, you have a clear picture about the way things are going to proceed in your head, it is time for you to let the audience in on the same and allow them to understand what’s in store. The following phrases will help you in that regard:

  • You must be wondering what the agenda of the seminar is for the coming two days. Please allow me to show it to you.
  • The next two hours in our schedule is going to be quite packed and eventful. Let me show you the overview of what is to follow.
  • Allow me to provide you with an idea of what is about to happen this morning …
  • A lot of ground shall be covered today….
  • Please look into the folder that you have been provided. You will find a copy of the agenda.

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  • For today, we shall be concentrating on .. and … proceeding to … tomorrow.
  • Once we have perused … we shall focus on …
  • This morning, we shall be focusing in details on the theory that governs …, and once you have had your lunch, we shall try to put that theory into practice.
  • Please remember that there shall be coffee breaks during the mid-morning and mid-afternoon hours and a lunch break is scheduled for twelve o’ clock.
  • The workshop will finish at five o’clock as of today and tomorrow it will start at half past eight in the morning and continue till half past five in the evening.

Phrases to use to answer certain key questions

The question of how you would address each other during the seminar is a pertinent one and you need to decide whether you would be using „Du“or „Sie“. You would also have to clarify whether the use of first names or surnames would be best suited for the purpose. The following phrases should help:

  • We need to come to a consensus on how we would like to address each other during this seminar. All those in favor of using first names to address each other please raise your hands.
  • When speaking English, the use of first names is considered to be most natural while addressing each other. I hope that everyone is okay with it?
  • Would everyone be comfortable if first names are used to address each other?

You also need to clarify how the participants should be able to deal with the various documents that you have provided to them and other documents that they might be given after the workshop concludes. The following phrases will allow you to address that purpose:

  • Each of you must have received a handout for today. Please use it to take down notes that you deem important or helpful.
  • I shall now be handing out to you a folder that contains worksheets. We will be using these worksheets today.
  • You are most welcome to take down notes if you so wish, but rest assured that an email would be sent from my end containing pictures of the flipcharts that have been used today, once the seminar concludes.
  • You’ll find all the documents handed out today on my website, www.didacticalreduction.com
  • Please let me know if you are interested in receiving the slides. Once the seminar concludes, I will make sure that I send them to you.

Phrases to use to invite for coffee or lunch

Attending a workshop is hungry and thirsty work! Use the following phrases to talk about catering arrangements:

  • You will be able to find tea, coffee, fruits and water, kept on the table at the very back of this room. Please feel comfortable to help yourself to your choice of sustenance at any time of the day.
  • There is this restaurant nearby known as ‘La Strada’ that we would be visiting today for lunch. I shall be passing around a list containing the various meal options during the coffee break and you can choose the food that best suits your preferences.
  • We will be having lunch at the canteen at one o’ clock sharp. I have made sure that all of us sit together and thereby reserved a table for us.
  • If anybody here has any special dietary requirements, feel free to express the same to me.

Foto Hand mit Auswahl an farbigen Esslöffeln Didaktische Reduktion

Phrases to use that will help you set some ground rules

Depending on the seminar that you are conducting, you should be having your own set of ground rules. However, the following phrases are just examples that you can modify according to your own rules and present them in front of the audience. Make sure that you explain the reason behind these rules to avoid any kind of confusion. These include:

Introduction:

  • In order to facilitate a cohesive and effective interaction between each other, certain ground rules need to be agreed upon.
  • Please have a look at the flipchart, at the section that I am pointing out here. These include certain rules that have been of immense help in the previous workshop. Do you all agree with them, or would you like to add another to the list?

Phones:

  • In order to avoid any unnecessary disturbance I would request all of you to please switch your phones off. If anybody has a problem with that please speak up now.
  • Laura, here has told me this morning that she is expecting a very urgent call. I would like to ask everyone else present here whether it is okay with them to allow her to keep her phone switched on until she has received the urgent phone call.

Timekeeping:

  • As you must have noticed in the agenda provided to you, today is going to be a busy day. Therefore, I would request all of you to please return from the breaks at the stipulated time.
  • Once lunch is over, the room shall be open again from half past one. The seminar shall resume sharply from half past one.

Confidentialy:

  • Please rest assured that being a professional and experienced trainer I will not pass on anything that you disclose during the course of this seminar.
  • Similarly, it is also your responsibility that anything that is shared by other participants is treated with confidentiality from your end.

Communication:

  • I would request you to please pay heed to what other members of this group have to say.
  • Please allow others to finish their lines before you start expressing your views on the subject.
  • In case you have not understood anything that I have spoken or any other member of this group has spoken, please feel free to ask again.
  • I would request you to please not have any side conversations.

Committing to the rules:

  • Can you please raise your hands if all of you agree to the rules that I have just laid down?
  • If the rules that I just mentioned are acceptable to you, please raise your hands to let me know.

Although, this might seem like a lot to speak in English, you would have a list of things that you can say depending on the situation from beforehand with the help of the aforementioned phrases and information. Depending on your particular style of speaking and situation, you can choose that which best suits you. Also, remember to practice meticulously to reach a level of ease that allows you to conduct a seminar in English seamlessly.

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Was sind Ihre Erfahrungen mit Präsentationen auf Englisch? Schreiben Sie Ihre Gedanken und Überlegungen unten in die Kommentarspalte; teilen Sie Ihre Tipps mit den LeserInnen von diesem Beitrag.

Quellen:

Nicola Bartlett, Artikelserie, Training Aktuell, 2018
Yvo Wüest, Auf den Punkt – Didaktisch reduziert lehren und präsentieren, Spektramedia, 2017
Präsentieren auf Englisch: Überzeugender Auftritt – treffende Formulierung – klare Visualisierung, Mario Klarer, Pons, 2003
Sag’s auf Englisch: Die 1.000 Wörter, die man wirklich braucht, Langenscheidt, 2015

Neuer Fachartikel „Digitaler Wandel zwingt zur Reduktion“

HR Today Nr. 9/2019 publizierte in der Rubrik „Digitale Weiterbildung II“ meinen neuen Fachartikel „Digitaler Wandel zwingt zur Reduktion“.

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Drei Kernaussagen ziehen sich wie einen roten Faden durch den Artikel:

  • Personalentwickler und HR-Verantwortliche müssen sich auf veränderte Erwartungen neuer Generationen einstellen.
  • Der Einsatz von Lernplattformen und die Nutzung mobiler Geräte in der beruflichen Weiterbildung verlangen neue und reduktiven Formate.
  • Lernstoff muss reduziert, Komplexität vereinfacht und herausfordernde Themen müssen anschlussfähig aufbereitet und gelehrt werden.

Wie sich die Bildungsarbeit mit der Digitalisierung verändern wird

Die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten des Lehrens und des Lernens. Während «früher» die Zugangsvoraussetzungen für bestimmte Berufe und Tätigkeiten klar definiert waren, ist gesichertes Wissen heute nicht mehr zwangsläufig an Expertinnen und Experten gebunden, sondern über das Internet in Echtzeit verfügbar. So können Mitarbeitende in Foren, Netzwerken, Social Media, über Online-Kurse wie MOOCs oder durch Ted-Talks an ihrer fachlichen Entwicklung arbeiten. Gleichzeitig erlauben die sozialen Medien jedem, zum Experten zu werden, indem er für eine Community relevante Informationen produziert. Mitarbeitende können sogar ohne formale Abschlüsse oder akademische Titel als Fachperson wahrgenommen werden.

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Das „ausgelagerte Gehirn“

In diesem Zusammenhang sprechen wir vom Phänomen des «outborded Brain», des ausgelagerten Gehirns. Dabei steht die Herausforderung im Vordergrund, wie Lernprozesse möglichst inklusiv und selbstbestimmt in einer fluiden Netzwerkgesellschaft organisiert werden sollen, in der Wissen zum Treibstoff aller technologischen, sozialen und ökonomischen Prozesse geworden ist. Abzusehen ist, dass Personalentwickler mit ausgeprägten Kompetenzen in der IT und der Fähigkeit zur Reduktion sehr gefragt werden.

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Damit der Transfer von Inhalten und Aufgaben in die digitalisierte Welt gelingt, brauchen Personalentwickler und HR-Verantwortliche Kompetenzen in der didaktischen Reduktion. Indem sie in der internen Weiterbildung beispielsweise ein Online-Lernangebot mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche entwickeln. Mitarbeitende können somit leichter auf der Lernplattform navigieren, treffen auf weniger überfrachtete Seiten und finden schneller passende selbsterklärende Schaltflächen.

Didaktische Reduktion: Reduce to the max

Die didaktische Reduktion hat eine lange Tradition. So empfahl der Pädagoge Johann Amos Comenius bereits vor 350 Jahren: «Schreite vom Nahen zum Entfernten, vom Einfachen zum Zusammengesetzten, vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten fort.» Seine fünf didaktischen Regeln beeinflussen bis heute die Gestaltung von Lehrbüchern, Trainings und Weiterbildungsangeboten.

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Indem Personalentwickler und Lehrende Inhalte auswählen und Lernziele oder Entwicklungsschritte definieren, stellen sie bereits reduktive Überlegungen an. Sie wählen aus, fokussieren und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Folgende Fragen helfen bei der didaktischen Reduktion:

  • Welche Voraussetzungen bringen die Mitarbeitenden oder Lernenden mit?
  • 
Welche Inhalte sind praxisrelevant?
  • 
Welche grundlegenden Zusammenhänge müssen sie erkennen?
  • 
Gibt es Prototypen oder Beispiele, die den Sachverhalt gut erklären?
  • 
Wie viel Zeit steht für den Lernprozess zur Verfügung?
  • 
Was zählt am Schluss an der Prüfung, beziehungsweise über welche Handlungskompetenzen sollen die Lernenden verfügen?

Vorwissen berücksichtigen

Trainer und Kursleitende, die sich als Expertinnen und Experten ihres Bereichs verstehen, haben mit der Reduktion oft ein Problem. Weil sie über ein breites und komplexes, gleichzeitig vernetztes und verdichtetes Wissen verfügen, gehen sie davon aus, dass alles wichtig ist. Doch das ist meist nicht wahr. Folgen sie unreflektiert dem Standpunkt der «Vollständigkeit», muten sie ihrem Publikum, zumindest in einer ersten Phase, oftmals zu viel Stoff oder zu viel Komplexität zu. Mehr, als die Lernenden zu diesem Zeitpunkt aufnehmen können. Und mehr, als der Lernprozess im Moment auszuhalten vermag.

Aus diesem Grunde sind HR-Fachleute und Personalentwickler gut beraten, das Vorwissen und die Lernerwartung der Teilnehmenden im Vorfeld ihrer Planung abzuklären. Entsprechende Instrumente und Erhebungsmethoden verschaffen Klarheit, beispielsweise durch einen Online-Test oder eine mündliche Standortbestimmung. Damit sind sie besser vorbereitet, um an die Konzeption einer Präsentation oder eines Lernangebotes zu gehen. Und können so den Mitarbeitenden den Zugang zum Lernstoff vereinfachen.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: https://lnkd.in/eMbyhgq

 

Von Primzahlen und der Möglichkeit, mit der Heuristik Muster zu erkennen

Diese Woche stolperte ich über einen interessanten Bericht zum Thema „Primzahlen“. Wer in der Schule aufgepasst hat, erinnert sich, dass Primzahlen ausschließlich durch eins und sich selbst teilbar sind. Und wer schon über Primzahlenreihen reflektierte, bemerkte ebenfalls, dass die Abstände zwischen ihnen reichlich willkürlich daherkommen, je größer sie sind.

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Quelle Bild: Spreadshirt.ch

Dank Kristallen ist klar: Primzahlen folgen wohl doch einem Muster

Rund 23,5 Millionen Stellen hat die derzeit höchste berechnete Primzahl, die sogenannte 50. Mersenne-Primzahl. Doch wie war das gleich? Je höher die Zahlen, desto willkürlicher die Abstände? Die Forscher sind sich hier nicht mehr so sicher.

Möglicherweise gibt es laut Wissenschaftlern an der Universität Princeton doch ein Muster. Ausgerechnet mit der Hilfe von Kristallen, wollen sie dies herausgefunden haben. Dafür lenkten sie Röntgenstrahlen auf ein kristallartiges Material, genannt „Quasi-Kristall“, und stellten so die innere Anordnung der Atome dar. Später führten sie Primzahlen am Computer in einer eindimensionalen Atomreihe auf und ließen davon ebenfalls Licht abprallen.

Resultat: Offenbar ähnelt die Anordnung der atomaren Teilchen erstaunlich stark der Sequenz der Primzahlen, wenn man sie über eine große Distanz hinweg auf dem Zahlenstrahl betrachtet. So steht es im Artikel des Journal of Statistical Mechanics der Princetown University.

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Salvatore Torquato, der Autor der Studie, Professor für Naturwissenschaften und Professor für Chemie, sagte bei der Veröffentlichung, man habe zeigen können, dass es offenbar viel mehr Ordnung in den Primzahlen gebe, als jemals zuvor entdeckt worden sei. Primzahlen verhielten sich eben fast wie ein Kristall. Sie fielen in die Klasse der Muster, die man „Hyperuniformität“ nennt.

Mich hat die Veröffentlichung zu den Primzahlen an einen Text erinnert, den ich 2015 veröffentlichte. Diesen habe ich inzwischen überarbeitet und baue ihn in diesen Beitrag hier ein.

„Muster erkennen mit Heuristik“

Im berühmten Triller „Enigma“ beschreibt Robert Harris die verzwickte Situation der britischen Mathematiker im zweiten Weltkrieg, als sie die legendäre Verschlüsselungsmaschine der Deutschen zu knacken versuchten. Zum ersten Mal wurde nicht mehr von Hand, sondern von der Maschine chiffriert. Die Verschlüsselung galt als «unknackbar».

Im Bletchley Park, einem streng bewachten Camp ausserhalb von London, brüteten die Briten monatelang über die im U-Bootkrieg abgefangenen deutschen Funksprüche.

Im Buch liest sich dies dramatisch: «Das Ballett der sinnlosen Buchstaben tanzte vor seinen Augen. Aber sie waren nicht sinnlos. In ihnen war ein Sinn von allergrösster Bedeutung versteckt, sofern er ihn nur entdecken konnte. «Aber wo war das Muster? Wo war das Muster? Wo war das Muster?»

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Quelle: Harris, Robert: Enigma, 1995, S.74 (zitiert nach Weibel, Benedikt: Simplicity – die Kunst, die Komplexität zu reduzieren, 2014, S. 64).

Führender Codeknacker in London war Alan Turing. Dank der Entdeckung eines Musters gelang ihm endlich der Durchbruch:

  1. ENIGMA verschlüsselt grundsätzlich keinen Buchstaben in sich selbst.
  2. Schlüsselwörter wie «Wind» oder «Nebel» mussten zu Beginn erraten werden.

Dank der Arbeit von ihm und seinem Team erzielten die alliierten Streitkräfte den entscheidenden Durchbruch.

Mit Heuristik komplexe Rätsel lösen

Heuristik heisst das Verfahren, das hilft, adäquate, wenn auch oft noch unvollkommene Antworten auf schwierige Fragen zu finden. Dabei wird vielfach die Variante gewählt, anstelle eines schwierigen Problems vorerst ein einfacheres zu setzen.

Dieses Vorgehen ist in der Mathematik verbreitet. Der berühmte französische Mathematiker Henri Poincaré nahm an einem von König Oskar II. ausgerufenen Mathematikwettbewerb über die seit Newton ungelöste Frage der Stabilität des Sonnensystems teil. Doch anders als seine Mitbewerber reduzierte Poincaré die Komplexität: Statt auf das ganze Sonnensystem konzentrierte er sich auf ein Modell mit nur zwei Planeten. Und fand so zu einer Lösung.

Quelle: Villani, Cédric: Das Lebendige Theorem, 2013, S. 224, zitiert nach Weibel, Benedikt: Simplicity – die Kunst die Komplexität zu reduzieren, 2014, S. 37

Lob der Fähigkeit, Muster zu erkennen

Mit Blick auf diese Forschungsarbeiten zu den Primzahlen können wir sagen: Mustererkennung ist nicht bloss ein heuristisches Verfahren, um mit einer zunehmend komplexeren Welt umgehen zu können. Mustererkennung ist der fundamentale Baustein eines Erkenntnisprozesses. Schon die ersten Philosophen setzten sich mit der Abstraktion auseinander. Das lateinische «abstrahere» übersetzen wir bekanntlich mit abziehen, entfernen oder trennen. Erst durch das Weglassen von Einzelheiten, vermögen wir das Allgemeine zu erkennen.

Douglas Hofstadter, Autor des berühmten Buchs «Gödel, Escher, Bach» (1979), definierte Intelligenz als Eigenschaft, aus einer Tätigkeit herauszuspringen und beurteilen zu können, was getan wurde. In der Erwachsenenbildung sprechen wir in einem solchen Fall von der Fähigkeit zur Metareflexion. Im besten Fall wird dabei stets nach Mustern gesucht.

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Wenn wir heute in die Richtung der USA schauen und augenreibend das Treiben von No. 45 beobachten, oder auch die sich in Ungarn und aktuell in Brasiliens Wahlkampf politisch abzeichnenden autoritären Muster sehen, erinnern sich vielleicht einige Leserinnen und Leser an Guillermo Cabrera Infante, den 2005 im Exil verstorbenen Schriftsteller aus Kuba. In „Ansicht der Tropen im Morgengrauen“, schrieb er:

«Der General fragte, wie spät es sei, und ein Adjutant kam schnell herbei und flüsterte ihm zu: So spät, wie Sie wünschen, Herr Präsident».

Quelle: Cabrera Infante, Guillermo: Der General fragte, aus: Ansicht der Tropen im Morgengrauen, 1992

Didaktische Reduktion in der Geographiestunde

Als Beispiel kann uns hier die Situation im Fach «Erdkunde» dienen. Hier ist die Verlockung, vollständig, statt gründlich zu lehren, besonders gross. Denn das Fach bietet eine Vielfalt an Faktenwissen:

  • Von den zehn grössten Süsswasserseen bis zu den fünf bevölkerungsreichsten Ländern der Erde.
  • Von der vielerorts bedrohten Bodenfruchtbarkeit bis zum Phänomen «Land Grabbing», bei dem reiche Investoren und Hedge-Fonds Ackerland, z.B. in Afrika, für die agroindustrielle Ausbeutung aufkaufen und bis zur vollständigen Zerstörung nutzen.

Wenn wir didaktisch reduziert vorgehen, fragen wir uns beispielsweise:

  1. Wie kann ich Erdkunde statt vollständig besser gründlich lehren?
  2. Was würden ich, wenn ich mir eine bestimmte Gruppe von Lernende vorstelle, auswählen, was würde ich bewusst weglassen?
  3. Wie gelingt es mir, die Lernenden im Fach Erdkunde zum Erkennen von «Mustern» zu führen?

Mit einer Metareflexion ein Thema verdichten und Zusammenhänge erkennen

Angenommen Sie leiten als Lehrperson für „Erdkunde“ in einer Oberstufenklasse eine Metareflexion, im Anschluss an die Bearbeitung des komplexen Themas «Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion».

Nehmen wir weiter an, Sie lassen die Klasse in Kleingruppen nach der Methode des «Problem basierten Lernens» arbeiten. In einem ersten Schritt werden das erlernte Wissen und die Lösungsansätze der einzelnen Gruppen zusammengetragen und gemeinsam kritisch reflektiert.

Die Notizen, die die einzelnen Teilnehmenden in den vorangegangenen Phasen aufgezeichnet haben, können jetzt genutzt werden. In der Regel braucht es Sie als Lehrperson, der diese Phase moderiert. Dabei achten Sie darauf, dass die ursprünglichen Beschreibungen des Problems aus der Beobachtungsphase (Phasen 1 und 2) nun sowohl auf die Darstellung als auch auf den Lösungsansatz bezogen wird.

Untersuchter Teil Reflexion Metareflexion
Informationsgehalt der Präsentation Welche Informationen gehören unbedingt zum Thema, was ist überflüssig? Nach welchen Kriterien legen wir fest, was als wichtig oder unwichtig gilt?
Art der Darstellung Wie sind die Informationen dargestellt worden? War die Art der Darstellung für das Thema geeignet, hat sie das Verständnis gefördert oder eher verstellt?
Brauchbarkeit der Information zur Problemlösung Haben die Informationen geholfen, eine Entscheidung über die Lösung des Problems herbeizuführen? Was sind die Auslassungen im Blick auf das Thema?
Untersuchter Teil Reflexion Metareflexion
Qualität der Lösung Ist die Lösung im Blick auf die zur Verfügung stehenden Informationen als gelungen oder sinnvoll zu bezeichnen? Welchen Interessen und Motiven entspricht die Lösung und weshalb wird sie als gelungen und sinnvoll (oder misslungen und sinnlos) eingeschätzt?
Zufriedenheit mit der Lösung Wie zufrieden ist jeder einzelne mit der entwickelten Lösung? Wo gibt es Unterschiede in unserer Gruppe und wie begründen sie sich? Wenn es keine Unterschiede bei uns gibt, wer könnte dann anderer Meinung sein?

Mehrstufige Metareflexion

Da es sich beim Thema «Klimawandel» um ein komplexes Thema handelt, das nicht durch feststehende naturwissenschaftliche Gesetze oder technologische Vorschriften geregelt ist, kann weder eine vollständige Ansammlung der Informationen noch eine vollkommene Lösung erwartet werden.

Nach meiner Erfahrung eignet sich darum eine mehrstufige Reflexion auf dem Weg zu Metareflexion.

Bei dieser Bearbeitungsweise kommt es vielmehr auf die Variabilität von Informationen und Lösungen im Hinblick auf gewählte Kontexte und Anwendungen an. Das Einbeziehen der Meta-Perspektive hilft, gegenüber Lösungen und Informationen nicht naiv zu sein. Es schütz auch davor, oberflächliches reproduktives Beschreiben und Lernen, wie wir es oft in traditionellen Lehrsituationen beobachten, zu vermeiden.

Falls es die Aufgabe der jeweiligen Gruppen ist, ein Portfolio oder eine Dokumentensammlung zu erstellen, empfehle ich, hier bereits zu Beginn der Aufgabe kurz anzusprechen, welches Material in das Portfolio übernommen werden kann und wo es noch Anpassungen geben muss.

Zum Abschluss dieser Phase könnte eine kurze Reflexion über die Methode des Metalernens stattfinden. So erhalten die Teilnehmenden wichtige Anregungen, die sie bei erneuter Anwendung dieser Methode einsetzen können.

Mögliche Themen könnten sein:

  • Was hat Ihnen an der Methode „Metalernen“ gefallen, was nicht?
  • Was könnte man Ihrer Meinung nach noch verbessern?
  • Wie hat das Arbeiten in Ihrer Gruppe funktioniert?
  • Würden Sie diese Methode weiterempfehlen?

Zum Abschluss dieses Beitrages passt eine Anmerkung des französischen Philosophen und Schriftstellers André Comte-Sponville. In seinen Büchern, unter anderem im Buch «Ermutigung zum unzeitgemässen Leben. Ein kleines Brevier der Tugenden und Werte» (1996) bringt er Intelligenz und Komplexitätsreduktion zusammen. Kritisch hält er fest:

«Intelligenz ist die Kunst, das Komplizierte auf das Einfache zu reduzieren, nicht umgekehrt.»

Was sind Ihre Erfahrungen mit dem Thema Heuristik? Wie gelingt es Ihnen in der Erwachsenenbildung die Studierenden und Teilnehmenden mit Metareflexion zur Bearbeitung und „Vereinfachung“ von Komplexität anzuleiten?

 

 

 

„Den Transfer erhöhen – wie es Dozierenden gelingt, Veränderungen anzustossen“

„Die wichtigste Zeit im Seminar ist die Zeit nach dem Seminar!“ sagt der erfahrene deutsche Trainer Ralf Besser*.

Doch was nützt es, wenn die Teilnehmenden im Seminarfeedback Bestnoten verteilen, das Arbeitsumfeld für Veränderungen aber nicht bereit ist? Und schliesslich am Arbeitsplatz keine oder kaum Veränderungen zu beobachten sind?

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Wie geht es Ihnen, wenn Sie von kritischen Analysen von Bildungsforschenden lesen, gemäss denen der grösste Teil der guten Vorsätze, im Seminar von den Teilnehmenden noch voller Überzeugung verkündet, nach kurzer Zeit im Alltag bereits wieder verblassen?**

Wie effektiv sind Seminare wirklich?

Die wirkungsvollsten Weiterbildungen sind Impulse zur Veränderung, welche direkt in die Praxis hineinwirken. Durch meine langjährige Tätigkeit in der Erwachsenenbildung bin ich zur Überzeugung gelangt: oft ist anstelle eines klassischen Trainings eine Begleitung vor Ort wirkungsvoller. Erst wenn sich die Teilnehmenden sich mit ihren tatsächlichen Hindernissen und Herausforderungen in ihrem Arbeitskontext auseinandersetzen, lassen sich weitere Betroffene einbeziehen. So können neue, hilfreiche Absprachen stattfinden und konkrete Vereinbarungen getroffen werden. Durch eine Begleitung vor Ort können gemeinsame Erlebnisse auch besser integriert, am Arbeitsplatz geankert, in den vertrauten Kontext übertragen und später leichter erinnert werden.

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Eigentlich ist alles ganz einfach: Es geht bei dieser neuen und zukunftsgerichteten Art des transferorientierten Lernens darum, möglichst viele individuelle und relevante Lernerfahrungen vor Ort zu ermöglichen. Dafür braucht es Fachleute, welche die Lernprozesse konzipieren und begleiten. Und Auftraggebende und Teilnehmende, die interessiert sind, die Trainingswirksamkeit in den Mittelpunkt ihrer Anstrengungen zu setzen.

Doch leider zwingen die Rahmenbedingungen in den Firmen und Organisationen noch viel zu oft zu klassischem Seminarbetrieb. Statt um Lernerfolg geht es darum, ein Programm abzuspulen und minimale Absenzen am Arbeitsplatz zu generieren. Der Transferprozess bleibt ungesteuert und dem Zufall überlassen – der Transfererfolg bleibt aus.

Fachleute für transferwirksame Trainings

Auch wenn es im Kern stets um diese zwei Fragen geht …

  1. wie werden Weiterbildungsvorhaben in die bestehenden Prozesse im Betrieb integriert
  2. welche wichtige Rolle sind Vorgesetzte und Teammitglieder bereit zu übernehmen, damit Veränderung und damit Nachhaltigkeit möglich wird, beschreiben die eingangs erwähnten Autoren, wie zum Beispiel Ralph Besser in seinem Buch Methoden und Übungen, die den Transfer hauptsächlich in Seminaren sicherstellen. Obwohl er und wir alle eigentlich davon überzeugt sind, dass es überzeugendere Veränderungsstrategien und Konzepte gibt. Bei denen das Team, die Abteilung, die Bereichsleitung, die Personalentwicklung und letztlich die ganze Firma involviert sind

… stehen die wenigen Autoren und Trainer, die sich –so wie ich – dem Thema „Transferwirksamkeit“ verschrieben haben, vor einem Dilemma:

Idealerweise würden Mitarbeitende über eine gut ausgebaute Praxisbegleitung, ein Coaching und eine persönliche Unterstützung in Veränderungsprozessen verfügen. Doch die Realität sieht, wie oben angedeutet, oft ganz anders aus. Anna Langheiter, eine erfahrene Trainerin aus Österreich, bringt es auf den Punkt:

„Viele Trainer, die sich als transferorientiert bezeichnen, sind es nicht. Denn die einzig wahre Transferorientierung zeigt sich erst nach dem Seminar.“

(Interview mit Dr. Ina Weinbauer-Heide vom 4.4.18).

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Yvo Wüest, Autor „Auf den Punkt – Didaktisch reduziert lehren und präsentieren“

Doch was meinen wir überhaupt mit Transferwirksamkeit? Trainerkollegen und Dozierende geben ungefähr diese Definitionen:

  • Transfer ist das, was vom Kurz- in das Langzeitgedächtnis und dann in das Verhalten geht.
  • Transfer ist das das, was von dem, was ich als Input gebe, umgesetzt wird.
  • Gelerntes in einer Situation, in den Alltag integrieren und anpassen.
  • Die Praxis in das Seminar holen.
  • Die Realisierung der Zielsetzung.
  • Impulse geben; Mut machen, dass die Teilnehmenden etwas umsetzen.
  • Transfer bedeutet, das Gelernte praktisch umzusetzen.
  • Etwas rüberbringen.
  • Beantwortung der Frage: Was nehme ich mit und was setze ich um?

Es geht folglich um Methoden, welche die persönliche innere Klärung der Teilnehmer und die Klärung des Kontextes zum Inhalt haben. Die Umsetzung in die Praxis bedingt auch die Eigenmotivation der Teilnehmer.

Die (transferorientierte) Haltung des Trainers, der Trainerin ist wichtig.

Es ist wichtig, wach und radikal den eigenen Stil und die gerne verwendeten Methoden, sowie die persönliche Art zu trainieren zu hinterfragen, im Hinblick auf erfolgreichen Transfer. Hilfreich kann es hier sein, aus der Sichtweise eines Teilnehmers, die Wirksamkeit eines Seminars kritisch zu beurteilen.

Gutes Motto: „Was hilft, ist genau das Richtige!“ Manchmal ist es ein Vortrag, manchmal eine selbständige Aufgabe, manchmal eine Gruppenübung, ein anderes Mal eine persönliche Klärung.

„Die besondere Herausforderung beim Thema Transfer ist, dass Firmen, Trainer und die Teilnehmer selbst sich häufig Ihrer Rolle beim Transfer nicht bewusst sind. Transfer kostet Zeit und Geld und braucht vor allem einen Change im Mindset!„

Anna Langheiter, im Interview mit Dr. Ina Weinbauer-Heidel am 4.4.18

Fazit: Für Trainer, Dozierende und Kursleitende lohnt es sich, möglichst viele Stellhebel der „Transferwirksamkeit“ zu kennen. Lehrende werden damit zu einem „Sparring- und Entwicklungspartner für ihre Auftraggeber. Sie können diese darauf hinweisen, worauf es ankommt und wer in den Lernprozess einbezogen werden muss, damit ein Lernerfolg erzielt wird. ***

Lehrende, die so sprechen und handeln, machen deutlich: die Transferverantwortung liegt nicht allein beim „Alleskönner“, der als Trainer oder Dozentin vor der Gruppe steht. Sondern die Teilnehmenden müssen auch ihren Beitrag (Transverantwortung) leisten, ebenso wie die Organisation und damit die Vorgesetzten. Idealerweise haben.

Damit wechselt in einem solchen Kontext die Rolle von Lehrpersonen: Statt als Dozentin oder Dozent geht es darum, sich als Beraterin oder Partner für lehrreiche, transferwirksame Bildungsangebote zu engagieren. Mit passenden Instrumenten, Massnahmen und Interventionen im Repertoire.

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Was bedeutet dies alles für mich? Welche Gedanken begleiten mich, wie gehe ich als Trainer konkret vor?

  • Bei meinen offenen Seminaren bedeutet Transferwirksamkeit: Ich halte auch über das Seminar hinaus mit meinen Teilnehmenden Kontakt.
  • Bei geschlossenen Seminaren heißt Transferorientierung für mich, den Auftraggeber dazu zu bewegen, den Transfer im Anschluss an das Training (z.B. durch ein ausführliches Auswertungs- und Massnahmengespräch) selbst zu begleiten.
  • Am Ende liegt die Verantwortung bei der Auftraggeberin, den Beweis zu erbringen, den Transfer wirklich zu leben.
  • In meinen Trainings stelle ich allerding die Weichen und gebe mein Bestes, das dies auch gelingt.

Konkrete Massnahmen vor dem Training

  • Bei mir sind die Lernenden stets im Fokus und darum kläre ich bereits im Vorfeld, ob die Teilnehmenden tatsächlich Anwendungsmöglichkeiten für das Gelernte, beispielsweise in einem Projekt, erhalten.
  • Manchmal hilft die provokative und direkte Frage: „Geht es bei dieser Weiterbildung nur um Spass oder soll die Anstrengung wirklich etwas bringen?
  • Hilfreich ist das Schreiben von einem „persönlichen Vertrag“. Dabei werden die Teilnehmenden aufgefordert, ihre individuellen Lernziele und und Vorsätze zu formulieren. Oft spreche ich dann gleich von „Lerntransferzielen“, um klar zu machen: was zählt, ist die angestrebte und messbare Veränderung im beruflichen Kontext.

Konkrete Massnahmen während des Trainings

  • Hilfreich kann auch eine eigens eingerichtete Transfer-App wie z.B. „Skill Hero“ sein. Diese erlauben es den Teilnehmenden auch nach dem Seminar mit der Kursleitung in Kontakt zu bleiben. Ihre Anwendung wird idealerweise bereits im Kurs eingefädelt, damit die Hemmschwelle, sich damit zu beschäftigen, möglichst klein ist.
  • Durch die Vorbereitung von Tandemaufgaben, wird schon in der Lernphase der Transfer vorbereitet und geplant. Je zwei Lernende verabreden sich für die Zeit nach dem Kurs, um sich später, im eigenen beruflichen Umfeld, zu beobachten und beraten. Dies im Sinne einer fachlichen, aber auch sozialen Begleitung.

Konkrete Massnahmen nach dem Training

  • Bei der Methode „Feldarbeit“ geht es darum, dass Lernende die Chance erhalten, das Gelernte im Feld praktisch anzuwenden. Nach der Lehr- und Lernphase erhalten Teilnehmende einen Auftrag im „Feld“, d.h. in ihrer Praxis. Dieser kann wenige Stunden dauern, aber auch in Form eines längeren Praktikums erfolgen. Diese „Feldarbeit“ wird von der Lehrperson mehr oder weniger eng angeleitet und begleitet und später ausgewertet. Nachweise in Form eines Tagebuches oder ein Praktikumsbericht, können diese Reflexion unterstützen. Wichtig ist es, die Arbeit am Schluss mit konstruktiven Feedbacks zu würdigen.

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Meine Erkenntnis aus der langjährigen Trainertätigkeit: gemeinsam mit Auftraggebenden und den Teilnehmenden definierte und vereinbarte Transferziele stellen sicher, dass für alle Transfer-Beteiligten klar ist, wo die Reise hingeht. Und was der Nutzen davon ist. Genau dies ist der Ausgangspunkt für ein transferwirksames Training.

Sind Sie interessiert, den Transfer bei Ihren Mitarbeitenden und Teilnehmenden zu fördern? Möchten Sie herausfinden, welche Stellhebel der Transferwirksamkeit für Ihre Situation angemessen und passend sind? Kontaktieren Sie mich, damit wir Ihr Anliegen besprechen können: yvo.wueest(at)bluewin.ch

 

*Besser, Ralf: Transfer: Damit Seminare Früchte tragen. Strategien, Übungen und Methoden, die eine konkrete Umsetzung in die Praxis sichern, Beltz 2002.

**Nur 10 bis 30% des im Training Gelernten wird tatsächlich gewinnbringend am Arbeitsplatz eingesetzt schätzen z.B. die beiden Forscher Baldwin T.T. & Ford, J.K. 1988 (siehe auch: Kauffeld, S.: Nachhaltige Weiterbildung. Betriebliche Seminare und Trainings entwickeln, Erfolge messen, Transfer sichern: Springer 2010).

***Weinbauer-Heidel, Ina: Was Trainings wirklich wirksam macht. Zwölf Stellhebel der Transferwirksamkeit, Tredition 2016

 

Krishna-Sara Helmle: Textöffnerin aus Leidenschaft

Briefe von Amtsstellen, Texte mit Fachbegriffen, medizinische Befunde: viele Menschen  erleben Sprache in verschiedenen Situationen als Barriere. Leichte Sprache eröffnet mit einfachem und klarem Deutsch Menschen den Zugang zu Informationen.

Die Zielgruppen für Texte in Leichter Sprache sind vielfältig: Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen die nicht gut lesen können, Menschen aus anderen Sprachgebieten. Leichte Sprache nutzt aber auch denjenigen, die zum Beispiel Post von Behörden 2-3 Mal lesen müssen, um sie zu verstehen. Hand aufs Herz – dazu gehöre ich auch manchmal.

Aus der Perspektive der „Didaktischen Reduktion“ ergeben sich beim Konzept „Leichte Sprache“ viele Gemeinsamkeiten: Stoffmengen reduzieren, auf den Punkt kommen, Lesenden, Lernenden und Studierenden den Zugang zu komplexen Inhalten vereinfachen.

Krishna, wir haben uns 2016 auf einem Kongress in Berlin kennen gelernt. Du bist ebenfalls Übersetzerin und Trainerin, dazu Texterin und Spezialistin für Leichte Sprache. Woher kommt deine Leidenschaft für das Thema?

Meine Leidenschaft für die Leichte Sprache hat im Wesentlichen zwei Quellen. Erstens mag ich gut geschriebene, klare Texte. Ich glaube, ich habe ein gutes Sprachgefühl, das ich durch das Korrekturlesen vieler Texte über die Jahre hinweg immer weiter geschult habe.

Zweitens mag ich Gerechtigkeit. Viele Menschen sind von einer gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft nur deshalb ausgeschlossen, weil sie Texte und Informationen nicht verstehen. Das geht mir mächtig gegen den Strich.

Durch meine Arbeit kann ich zu mehr Gerechtigkeit beitragen und gleichzeitig mit Sprache arbeiten. Diese Kombination hat sich als Traumberuf und Berufung gleichzeitig herausgestellt.

Helmle

Krishna-Sara Helmle, Spezialistin für „Leichte Sprache“

Du hast Germanistik, Franko-Romanistik und Internationale Wirtschaftsbeziehungen in Mannheim, Freiburg und Paris studiert. Du kennst dich in Marketing, PR und Journalismus aus. Worauf legst du beim Verfassen, Lektorieren oder Korrigieren von Texten besonders Wert?

Mir ist Klarheit und eine hohe Qualität wichtig. Mein Anspruch an einen Text ist der, dass jemand die Struktur sowie den Inhalt schnell und einfach begreifen kann, auch wenn sich diese Person mit dem Thema nicht auskennt. Gerade, wenn man für Menschen schreibt, die mit dem Thema noch nicht vertraut sind, sind eine klare Struktur und ein didaktisch sinnvoll reduzierter Inhalt ganz wichtig.

„Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ hören wir überall. Haha … dabei verstehen die Patienten oft nur die Hälfte. Wie hilfst du mit deinen Trainings für Leichte Sprache solchen Fachleuten, ihre Sprachkompetenz zu erweitern?

In meinen Trainings geht es zum einen darum, die Teilnehmenden für ihren eigenen Sprachgebrauch zu sensibilisieren. Das bedeutet, wir schauen uns erst einmal an, welche Fachbegriffe und welche (Fach)Sprache sie gegenüber ihren Kunden, Klienten, Patienten oder neuen Mitarbeitern verwenden. Sie probieren beispielsweise auch aus, wie es ist, wenn man sich nicht gut verständigen kann.

Zum anderen geht es natürlich um die Regeln für Leichte Sprache. Diese stelle ich anhand von praktischen Beispielen vor. Die Teilnehmenden üben die Regeln dann oft an Texten aus ihrem eigenen Berufsalltag. Das sorgt immer wieder für Aha-Erlebnisse.

Durch die Sensibilisierung und das Handwerkszeug der Regeln für Leichte Sprache erweitern die Fachleute ihr sprachliches Repertoire. Sie sprechen dann mit anderen Fachleuten weiterhin ihre berufsspezifische Sprache, sind aber in der Lage, mit Laien in einfachen Worten zu sprechen. Das klingt erst einmal banal, erfordert aber tatsächlich einiges an Übung.

Es ist eigentlich ähnlich wie wenn man eine Fremdsprache lernt. Darum sind einmalige Interventionen wie ein Vortrag oder ein eintägiges Seminar zwar gute Impulse. Für eine nachhaltige Veränderung der professionellen Sprachfähigkeit ist jedoch Wiederholung ganz wichtig. Das erkennen immer mehr Kunden von mir und buchen gleich eine komplette Seminarreihe.

Textbeispiel für Standardsprache:

Sie sind ungewollt schwanger und befinden sich in einem Konflikt?

Übersetzt in Leichte Sprache:

Sie sind schwanger. Sie bekommen ein Kind. Vielleicht ist das ein Problem für Sie.

Du hast den Firmennamen „Textöffner®“ gewählt. Du schreibst, für dich bedeutet das Übersetzen in Leichte Sprache einfache Umschreibungen für gängige und für fachsprachliche Begriffe zu finden. Welche konkreten Empfehlungen gibst du Fachpersonen, die Texte lesefreundlicher gestalten möchten?

Ein lesefreundlicher Text soll einladend sein, soll zum Lesen verführen, auf den Inhalt neugierig machen. Das Wichtigste ist eine klare Struktur. Je nach Länge des Textes brauchen wir ein Inhaltsverzeichnis und eine Zusammenfassung, damit die Leser sich orientieren können. Der Text selbst sollte gut gegliedert sein, zum Beispiel in nicht allzu lange Abschnitte. Die Sätze sollten lieber kürzer als länger sein. Als grobe Faustregel kann man sich 10-15 Wörter pro Satz merken. Was darüber hinaus geht, ist für den Leser schwieriger zu erfassen.

Ein guter Text sollte Fachbegriffe allgemeinverständlich erklären. Natürlich kommt es hier auf die Zielgruppe an. Aber auch Fachleute freuen sich, wenn ein Begriff erklärt wird, denn nicht jeder kennt automatisch alle Fachbegriffe.

Ein gut strukturierter und verständlicher Text lädt also zum Lesen ein. Er vermittelt dem Leser eine gute Orientierung sowie das Gefühl, schnell und einfach zum (Lese)Ziel zu kommen. Ein kompetent auf die Zielgruppe zugeschnittener Text gibt dem Leser zusätzlich das Gefühl, auch wirklich gemeint und willkommen zu sein.

An der DIDACTA 2017 in Stuttgart und bei vielen anderen Gelegenheit stehst du als Vortragsrednerin vor Publikum. Gibt es bei deinen Vorträgen auch kritische Stimmen zu deinem Vorhaben, die deutsche Sprache leichter und zugänglicher zu gestalten?

Selbstverständlich gibt es immer wieder kritische Stimmen. Am meisten verbreitet ist die Angst, dass durch die Einführung von Informationen in Leichter Sprache die deutsche Sprache an Reichtum und Qualität verliert. „Sollen wir jetzt nur noch Leichte Sprache sprechen? Wir, im Land von Schiller und Goethe?“ So oder so ähnlich höre ich das durchaus manchmal.

Bei Leichter Sprache geht es jedoch darum, ein zusätzliches Angebot zu schaffen. Texte in Leichter Sprache sind gleich zu werten wie eine Übersetzung in Französisch oder Italienisch. Oder wie eine Rampe, die zusätzlich zu einer Treppe an einem Gebäude angebracht ist.

Frau Professor Dr. Christiane Maaß von der Forschungsstelle Leichte Sprache an der Universität Hildesheim hat einen ganzen Katalog von kritischen Fragen zusammengestellt und sehr kompetent beantwortet. Diesen finden die Leser unter diesem Link.

An welche Situation aus deiner Tätigkeit als „Textöffnerin“ erinnerst du dich besonders gerne? Anders gefragt: Wie hältst du das „Feuer für deine Leidenschaft“ warm?

Es gibt in Seminaren immer wieder solche magischen Momente. Da geraten die Teilnehmenden und ich gemeinsam in einen Flow. Sie erfassen und verstehen dann nicht mit dem Verstand sondern mit dem Herzen, worum es mir geht: Nämlich dass diese Regeln für Leichte Sprache nur Mittel zum Zweck sind für mehr Gerechtigkeit in der Welt.

In meinem Kalender stand am 1. Januar dieses Jahres ein Zitat von der Ärztin Veronica Carstens: „Dein Ziel wird dich finden.“ Das Ziel, Leichte Sprache in der Welt zu verbreiten, hat mich auf jeden Fall gefunden!

Wenn du aus Deutschland in die Schweiz schaust: Gibt es in der Deutschschweiz auch für dich sprachliche Barrieren und Herausforderungen?

Ich habe gehört, dass die Deutschschweiz noch eher am Anfang sei was die Verbreitung von Leichter Sprache angeht, besonders in den Behörden. Ich denke, da gibt es eventuell noch die eine oder andere Barriere zu überwinden. Die einzige wirkliche Barriere befindet sich ja in den Köpfen der Menschen. Das Bewusstsein dafür zu öffnen, dass leicht verständliche Texte und Informationen für sehr viele Menschen nützlich sind, ist immer eine Herausforderung, nicht nur in der Schweiz.

Was ich in der Schweiz als spannende Herausforderung sehe, ist die Mehrsprachigkeit. Ich vermute, nicht jeder aus der italienischen oder französischen Schweiz kann Deutsch. Und nicht jeder deutsche Text wird automatisch ins Französische, Italienische und Rätoromanische übersetzt. Da habt Ihr ja schon innerhalb des Landes eine recht große Zielgruppe für leicht verständliche Texte.

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Im November 2017 ist dein neues Fachbuch „Leichte Sprache – Ein Überblick für Übersetzer“ erschienen. Welches Publikum wünschst du dir für dieses Buch und was ist dein Anliegen?

Meine Motivation, dieses Buch zu schreiben, war, dass es in Deutschland zwar viele Bücher in Einfacher und Leichter Sprache gibt, aber wenige über diese vereinfachten Varianten der deutschen Sprache. Die bisher vorhandenen sind alle eher auf einem wissenschaftlichen Niveau verfasst. Es gab noch kein einfach verständliches Buch über Leichte Sprache. Diese Lücke wollte ich füllen. Ich habe mein Buch zwar nicht in Einfacher oder Leichter Sprache geschrieben, habe aber auf eine gut verständliche Sprache geachtet.

Als ursprüngliche Zielgruppe hatte ich Übersetzerinnen und Übersetzer im Blick, die darüber nachdenken, Leichte Sprache zusätzlich in ihr Leistungsangebot aufzunehmen. Diesen wollte ich die Möglichkeit bieten, sich erst einmal einen schnellen Überblick über die ganze Thematik zu verschaffen.

Nun höre ich immer wieder, dass auch Menschen aus ganz anderen Fachgebieten mein Buch mit Genuss lesen und daraus Nutzen für ihre Arbeit daraus ziehen. Das freut mich natürlich.

Die wichtigsten Regeln für Leichte Sprache

·       Kurze Sätze

·       Nur eine Aussage pro Satz

·       Aktiv formulieren statt passiv

·       Vorsicht mit Sprachbildern, Sprichwörtern oder Ähnlichem

·       Fachbegriffe oder Fremdwörter durch einfache Begriffe ersetzen oder kurz

erklären

·       Abkürzungen zunächst ausschreiben und  erklären

·       Texte übersichtlich gestalten und zielgruppengerecht illustrieren

Hinweis zum Buch:

Auch wenn es bereits einige Bücher in Leichter Sprache gibt, fehlte ein einfach zu lesendes Fachbuch über diese vereinfachte Variante der deutschen Sprache. Das Buch von Krishna-Sara Helmle liefert einen Überblick über das Thema und zeigt, wie man Leichte Sprache in der eigenen Arbeitspraxis einsetzen kann.

Liebe Krishna, herzlichen Dank für dieses Interview und ich wünsche dir mit deinem Buch und deinen Trainings in Deutschland und in der Schweiz weiterhin viel Erfolg!

Neues Fachbuch „Auf den Punkt – Didaktisch reduziert lehren und präsentieren“

Am 31. Mai 2017 erscheint im SPEKTRAmedia-Verlag mein zweites Fachbuch zum Thema „Didaktische Reduktion“. Version 11 des Manuskripts geht diese Tage in den Druck. Die Auflage beträgt 2000 Ex. und ich bin guter Dinge, dass die kleinen handlichen Bücher rasch ihr Publikum finden. Bereits im Vorfeld habe ich mehrere und zum Teil grössere Bestellungen aus meinem Netzwerk erhalten. In diesem Artikel berichte ich über meinen Schreibprozess und veröffentliche erste Textbeispiele.

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Während mein erstes und bereits vergriffenes Buch „Reduziert gewinnt!“ noch 164 Seiten hatte, kommt das neue neue Buch mit 52 Seiten schlanker, direkter … eben auf den Punkt gebracht, daher.

Zusammen mit dem Verlag wählten wir einen besonderen Fokus:  während sich mein letztes  Fachbuch an Berufsschullehrende und Fachdozenten richtete, spreche ich mit „Auf den Punkt …“   ein neues und breiteres Publikum an: Lesende aus dem Bereich HR, Personal Development und alle, die vor Publikum präsentieren wollen.

Während im ersten Buch autobiographische Erfahrungen aus der Lehrerfortbildung in Kuba aufscheinen, die sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen, ist das HRM-Dossier Nr. 76 auf Nüchternheit getrimmt.

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Dazu nahm ich auch Abstand von der freieren und mitunter humoristisch eingefärbten Schreibweise im ersten Buch. Beispielsweise gefiel mir damals diese Passage auf Seite 72 besonders gut:

     In Zusammenarbeit mit der KEA (Kuba Esperanto-Asocio, KEA) führen wir gerade die dritte Reihe von „Train-the-Trainer-Seminaren“ in Kuba durch. Eine Gruppe von freiwilligen und erfahrenen Sprachlehrerinnen und Lehrern erarbeiten mit den kubanischen Kolleginnen und Kollegen neue Möglichkeiten für die Vermittlung dieser „Kunstsprache“.

 Gut in Erinnerung geblieben ist mir eine Gruppe österreichischer Freiwilliger, die mit ihrem Humor mehrere Türen öffneten und mit unerreichter Schlagfertigkeit glänzten. So antworteten die Männer der Gruppe irgendwann stur auf alle „Where are you going?-Einladungen“ kubanischer Strassenschönheiten so: „I’m going to see your mother!“.

 Und als bereits zum fünften mal in einem nur für ausländische Gäste reservierten Hotelrestaurant eine lokale Kapelle an unseren Tisch trat und das Lied „Guantanamera“ anstimmen und schwungvoll lärmig losmusizieren wollte,  fragten Sie flugs den Chefkellner, ob es auf dieser Insel eine offizielle „Reduktion an Musikstücken“ gäbe. Eine „Reduktion“, die neben dem Evergreen „Guantanamera“ einzig „Chan chan“ und  „Comandante Che Guevara“ zulassen würde.

 Damit hatten sie natürlich einen Nerv getroffen: Denn Musik ist in Kuba tatsächlich nicht nur ohrenbetäubender Lärm. Sie ist das Element, in dem die Kubanerinnen und Kubaner leben, arbeiten und Schlange stehen. Ausserdem ist sie das Medium, mit dem die Inselbewohner ihre karibische Freude am Leben und überhaupt ihre sonderbare Lust an infernalischen Klangteppichen feiern.

Als ich bei der Vorbereitung des neues Manuskripts diese alten Textstellen überflog, merkte ich selbstkritisch an, dass hier offensichtlich meine Leidenschaft für das Thema am Grundgedanken der Reduktion vorbeigeschrammt war. Beispielsweise hier:

     Die mitreissenden Rhythmen verdankt die kubanische Musik übrigens ihren afrikanischen Wurzeln: Rumba, Cha-cha-cha, Mambo … das charakteristische Geklopfe, Geklappere, Gerumse und Geraspele wird auf Perkussions-Instrumenten aus Holz und Kürbissen erzeugt. Dazu spielen die Kubaner Gitarre oder Tres (eine kleine Gitarre mit früher drei, heute meist zwei Saiten), gern auch Blasinstrumente, sofern sie genügend laut sind um die anderen Instrumente zu übertönen.

       Die österreichischen Lehrkräfte bemerkten als Erste den für Kuba typischen Wechselgesang von Sänger und Chor. Obwohl sich die unterschiedlichen Stile für ungeübte Ohren alle gleich anhören, sind sie für den „Profi“ leicht zu unterscheiden: Der „Son“ treibt mehr, der „Mambo“ lässt die Hüften und Gedanken kreisen, die „Trova“ und der „Bolero“ sind dem Schmachten gewidmet. In der Salsa schliesslich mischen sich alle kubanischen Stile zu einer scharfen Sauce, erhältlich in den Geschmacksrichtungen „Mango“, „Guave“ und „Süsskartoffel“.

Dann auch an dieser Stelle, bei der mir mehrere Lesende mit Kubaerfahrung lachend zustimmten:

    Doch warum diese irrsinnige Lautstärke? Vielleicht ist es die Absicht der Kubaner, ihrem Erzfeind mit seiner erst unter Obama zaghaft und zaudern leicht gelockerten Wirtschaftsblockade, es musikalisch heimzuzahlen. In dem die Musik grundsätzlich so laut gespielt wird, damit sie auch auf den nahen Bahamas in Zimmerlautstärke hörbar ist…

Lehrerfortbildung II Kuba

Doch zurück zum Schreibprozess für das neue Buch „Auf den Punkt“: um die Reduktion auf 52 Seiten zu erreichen, setzte ich den Schwerpunkt auf einen guten Lesefluss und befreite den Kerntext von allen Störfaktoren oder Ablenkungen.

Immer wieder rief ich mir dazu die auch in meinen Trainings eingesetzte und im Buch beschrieben Aufgabe „Kernaussagen herausarbeiten“ in Erinnerung. Dabei müssen Teilnehmende ihr „Lehrthema“ auf eine Hauptbotschaft hin untersuchen und mit unterstützenden Einzelaussagen absichern. Diese Vorgehensweise hilft bei der Vorbereitung einer PowerPoint oder Präsentation. Im Buch sieht das so aus:

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Als graphische Illustration für die Arbeit mit Kernaussagen wählte ich das Fotostativ. Oft habe ich bei meinen Trainings in der Schweiz und im Ausland ein solches Stativ mit dabei.  Nach meiner Erfahrung, funktioniert diese „Metapher“ in jedem Kulturkreis: oben, die Kamera, repräsentiert die Haupt- oder Kernaussage. Unten die Beine, stehen für unterstützende Einzelaussagen. Vier Beine, wäre eines zuviel. Es reicht fast immer, mit einer Dreierstruktur zu arbeiten, um rhetorisch zu überzeugen und das Verständnis zu erleichtern.

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Zu meiner Freude willigte der Verlag ein, neben meinen von Hand gezeichneten Graphiken einige meiner bewährten Rasterblätter, leicht angepasst, ins Buch aufzunehmen. Beispielsweise erscheint gleich auf den ersten Seiten Raster, um die Bedeutung einer sorgfältigen Standortbestimmung zu Beginn eines Lernprozesses aufzuzeigen:

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Auch diesmal halfen mir beim Schreiben des neuen Fachbuches Erfahrungen aus vielen hundert Trainings zum Thema „Reduktion“ und kritischen Rückmeldungen der Teilnehmenden. So baute ich beispielsweise das Feedback einer Gruppe von Technikern und Ingenieuren ein, mit denen ich in Shanghai zum Thema „Reduction und Presentation Techniques“ arbeitete.

 

 

 

Fazit: das neue Buch überzeugt durch seine klare und durchdachte Struktur.  Es liefert leicht umsetzbare Hinweise & Tipps, wie eine Präsentation oder Lerneinheit ansprechend gestaltet und auf den Punkt gebracht durchgeführt werden kann. Lehrende und Vortragende gewinnen an Sicherheit; Teilnehmende und Lernende finden einen einfacheren Zugang zu komplexen Themen.

Wer das Buch kauft, erhält gleichzeitig Zugang zum Download-Bereich des Verlages. Dort legte ich mehrere hilfreiche Checklisten ab, beispielsweise zur Suche lizenzfreier Bilder oder zur Erweiterung der Auftrittskompetenz. Ich freue mich, wenn das neue Buch zur Reduktion inspiriert und zur Professionalisierung der Bildungsarbeit beiträgt.

 

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Inzwischen liegt „Auf den Punkt – Didaktisch reduziert lehren und präsentieren“ in vielen Buchhandlungen, hier bei der Hirschmattbuchhandlung Luzern, zum Verkauf auf.

Auf Amazon sind bereits erste Rückmeldungen eingetroffen:

Rezension Jörg Eugster Auf den Punkt 4.11.18

 

 

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Den Video-Clip zu meinem neuen Fachbuch finden Sie auf meinem Vimeo-Kanal:

Oder auf meinem YouTube-Kanal:

No. 45 … or: “Truth is what your contemporaries let you get away with.”

In diesem Blog-Artikel geht es zur Abwechslung nicht direkt um „Didaktische Reduktion“, sondern manipulativen Sprachgebrauch. Das Zitat im Titel stammt vom US-amerikanischen Philosophen und Komparatisten Richard M. Rorty. Dieser gilt als Vertreter des Neo-Pragmatismus, der Philosophie ihre ursprüngliche lebenspraktische Bedeutung zurückgeben wollte, um so Orientierung und menschlichen Fortschritt zu fördern.

Weil ich mich als Übersetzer und Dolmetscher für Sprache und wie Menschen miteinander reden interessiere, aber auch weil ich es im Original besser fassen kann, wechselt mein Text vereinzelt von Deutsch auf Englisch.

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Anlass für den Beitrag lieferte mir die Einsetzung und das anschliessend über viele Kanäle rauschende Spektakel rund um den neuen President elect Donald J. Trump. Dessen Namen ich hier und im Folgenden reduktiv vermeiden will und ihn darum schlicht und einfach No. 45 nennen werde.

Würden dies möglichst viele Menschen und insbesondere die von ihm gescholtenen Lohnschreiber der „Fake-News“ tun, so meine Vermutung, könnte dies die grösste Strafe für seine offensichtlich narzisstisch gestörte Persönlichkeit bedeuten.

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Bereits früh erreichten uns vom späteren No. 45 viele verdrehte oder manipulative Botschaften:

Beispielsweise nutzte er während des Wahlkampfes nie einfach die Namen seiner Opponenten, wie z.B. “Ted Cruz,” “Marco Rubio,” or “Hillary Clinton”. Bei No. 45 waren dies stets “Lyin’ Ted,” (der lügnerische Ted), “Little Marco” und “Crooked Hillary” (die korrupte Hillary). Diese endlos wiederholten Beiwörter fassten Extra-Informationen in kleine, leicht memorisierbare Wortfetzen.

Dann auch die bis heute andauernde Selbstanpreisung und Wiederholung:

“I’m a leader. I’m a leader. I’ve always been a leader. I’ve never had any problem leading people. If I say do it, they’re going to do it. That’s what leadership is all about.”

In den letzten Tagen und Wochen überstürzten sich die Ereignisse und ich will hier nicht alle verrückten Aussagen und Tweets kommentieren, die anderswo bereits erwähnt wurden. Dafür an einen Gedanken von Peter Kann, langjähriger Redaktor und späterer Herausgeber des Wall Street Journals, erinnern:

“… facts are facts; that they are ascertainable through honest, open-minded and diligent reporting; that truth is attainable by laying fact upon fact, much like the construction of a cathedral; and that truth is not merely in the eye of the beholder.”

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Lob den Late Night Comedy-Shows …

In den ersten Wochen suchte ich wie viele meiner Freunde in den USA Trost in den populären Late Night Comedy-Shows von Trevor Noah, Stephen Colbert und Seth Meyers. Inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher, ob dieser parodierende und ironisierende Zugang der richtige ist, um dem Phänomen No. 45 zu begegnen.

Nun gut, lustig fand ich die Idee des Teams von Trevor Noah, einen elektronischen Transformer einzurichten, der die wirren Tweeds des erwachsenen No. 45 in bunte und harmlose Kritzelbotschaften eines ungefähr 7-jährigen Buben verwandelt:

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So ergaben die Aussagen auf einen ersten Blick zumindest halbwegs einen Sinn: der Schrei eines übergewichtigen und 70-jährigen Kindes, welches nie aufrichtige Wärme oder Liebe erfahren hatte:

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Sehr gelungen schien mir auch den Sketch von Melissa McCarthy in der Saturday Night Live Show SNL, welcher den Pressesprecher  von No. 45, Sean Spicer, auf’s Korn nahm:

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Interessante Überlegung zum Duktus und Sprachstil von No. 45 fand ich bei jüngeren Autoren, wie zum Beispiel Evan Puschak, der sich mit den Twitter-Botschaften und dem darin verwendeten Vokabular und Satzbau beschäftigte.

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Doch bald realisierte ich: ähnlich wie sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Deutschland 1945, nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes, um eine neue, vom Hass-Jargon befreite klare und einfache Sprache bemühten, geht es heute und insbesondere in der Nach-No. 45-Zeit darum, uns von dieser hässlichen, hetzerischen und manipulativen Sprache, die in den USA und auch bei uns um sich greift, zu distanzieren.

Interessant ist dazu die Analyse und das Gespräch mit dem Linguisten George Lakoff, der für folgende Graphik verantwortlich zeichnet:

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Eine Sprache des Widerstandes begründen

Und so wie die deutschen Intellektuellen damals realisierten, reicht es nicht, einige Verantwortungsträger vor Gericht zu stellen und die alten Strassenschilder wieder anzuschrauben: es braucht Menschen, die sich der Bedeutung einer achtsamen und präzisen Sprache, die befreiende und transformierende Potentiale freisetzt, bewusst zu werden.

An den Wittgenstein anknüpfend, für den es außerhalb der Sprache keine erkennbare Welt gibt, schrieb der zu diesem Gedanken eingangs zitierte Rorty:

„Da Wahrheit eine Eigenschaft von Sätzen ist, da die Existenz von Sätzen abhängig von Vokabularen ist und da Vokabulare von Menschen gemacht werden, gilt dasselbe für Wahrheiten.“[38]

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Rorty stellte die These auf, dass Sprache Kontingent und eine Geschichte von Metaphern sei. In seinem Aufsatz „Kontingenz, Ironie und Solidarität (1989) erklärte er, dass Metaphern einen Überraschungseffekt ausüben können, vergleichbar mit dem Schneiden einer Grimasse in einem Gespräch.

Im Unterschied zur traditionellen Ironiekonzeption, in der Ironie als Mittel angesehen wird, der Wahrheit näher zu kommen, hat die Ironikerin bei Rorty (er benutzt bewusst die weibliche Form, um sich vom traditionellen Verständnis der Ironie abzusetzen) Zweifel und Distanz gegenüber ihrem bisherigen Vokabular.

Ironikerinnen, so Rorty, sind bestrebt, ihr Vokabular immer wieder zu erneuern und zu hinterfragen. Im privaten Bereich dient dies der Erschaffung des Selbst und fördert die Autonomie. Freiheit ist für Rorty darum die Einsicht in die Kontingenz. In die prinzipielle Offenheit und Ungewissheit menschlicher Lebenserfahrungen.

George Orwell sagte einmal: “To see what is in front of one’s nose needs a constant struggle.”

Wir alle haben die Verpflichtung hinzuschauen, was sich vor unserer Nase abspielt. Egal ob wir als Journalisten, Blogschreiber, Übersetzende oder in einem lehrenden Beruf unterwegs sind. Besonders aber, wenn wir uns als „Wissensarbeitende“ verstehen. Schliesslich geht es um intellektuelle Redlichkeit und wie wir als Gesellschaft eine Form finden, bei aller Differenz, miteinander konstruktiv umzugehen.

 

 

Reduktion … mit spitzer Feder!

Das Kabarett ist eine besondere Form der Kleinkunst. Oft werden dabei unterschiedliche Ausdrucksformen –Szenen, Monologe, Dialoge, auch Gedichte und manchmal Musik, miteinander verbunden.

Eine Abgrenzung zu Comdy und Stand-up-Comedy ist schwierig. Versuchen wir es so: Im Kabarett interessiert die zugespitzte Kritik an Politik und Gesellschaft. Comedy und Stand-up-Comedy hingegen, zeigen das komische Ringen von Einzelnen mit einem zunehmend komplexeren Alltag.

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Chris Rock, Stand-up-Comedy-Star aus Brooklyn

Im Kabarett wie auch in der Stand-up-Comedy beobachten wir Stilelemente wie Satire und Parodie, oft auch Sarkasmus und Ironie. Die Künstlerinnen und Künstler, die sich in einer oder in beiden Disziplinen bewegen, brauchen vor allem eines: den Mut, konsequent und einfach zu sein.

Ich geniesse alle die oben erwähnten Spielformen. Von Josef Hader bis Chris Rock. Und interessiere mich auch für die Logik, die dahintersteckt. Diese Tage lese ich darum das in Teilen empfehlenswerte Buch von Judd Apatow „Sick in the Head – Conversations About Life and Comedy“.Bildschirmfoto 2016-08-16 um 23.46.32

Es handelt sich um eine Art Dokumentation von Unterhaltungen über Unterhaltungen. Zusammengetragen von einem US-amerikanischen Filmemacher, Drehbuchautoren und Filmproduzenten. Einfacher erklärt: Rund 40 Interviews aus den letzten drei Jahrzehnten mit Landsleuten, die Komisches –am laufenden Band- produzier(t)en.

Ich nehme es gleich vornweg: die meisten Texte ärgern mich, denn viele Gesprächspartner simulieren mit ihren pseudoexistenzialistischen Spässchen Klugheit und transportieren doch nur flache Kalauer und Vulgarismen. Eine kritischere Haltung des Autoren den Interviewten „Grössen“ gegenüber, hätte den Texten gutgetan.

« Wenn du einem sieben Bälle zuspielst, fängt er keinen.

Spielst du ihm nur einen zu, hat er ihn bestimmt. »

Nadine Borter, Werbetexterin Agentur Contexta

 

Immerhin realisiere ich: wer glaubt, die Arbeit mache diesen Komikern ja vor allem Spass, irrt sich tüchtig. Der Spass macht vor allem Arbeit. Dann auch, neben der Schreiberei,  die zusätzlich Herausforderung, vor Publikum zu bestehen: Vor Menschen mit einem anderen Zugang zu Humor, einem anderen „Groove“ und anderen Erwartungen.

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Sketch mit Josef Hader aus dem Film „Aufschneider“

Bei der Lektüre merkte ich: es gibt bei der Satire, beim Humor, beim Kabarett und bei der Stand-up-Comedy Verbindungen zu „Didaktischen Reduktion“. Komik ist das Spiel mit Auslassungen. Immer geht es darum, aus einer Vielfalt auszuwählen. Kernbotschaften herauszuarbeiten. Komplexe Sachverhalte aufzubereiten und sie ansprechend, oder „eingängig“, manchmal auch zugespitzt, einem bestimmten Publikum zu präsentieren.

« I’dont know if comedians know how to work an audience anymore. »

Chris Rock im Interview mit Judd Apatow, S. 66

Noch anspruchsvoller ist diese Aufgabe für Karikaturisten. Mit wenigen Strichen und einzelnen Worten, müssen sie zu Rande kommen. Meister der Verkürzung sind für mich die Duos Greser&Lenz, sowie Hauck&Bauer, die wiederholt in der TITANIC, im Spiegel Online, aber auch in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung publizieren. Letztgenannte erzählen in Ihrem Interview vom 23.8.16 im Deutschlandfunk über ihren kooperativen und reduktiven Schaffensprozess.

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Greser&Lenz, Die Welt vom 4.11.14

Während Bühnenkünstler viel Zeit für den Aufbau ihrer Geschichte brauchen und diese schrittweise oder unerwartet zur Pointe führen, müssen Zeichnerinnen und Zeichner ihre Botschaft in nur einem oder in ganz wenigen Bildern transportieren. Genial, wenn es ihnen gelingt, fast ohne Worte und Text -nur mit rasch hingeworfenen Strichen- ein Schmunzeln oder Lachen bei den Betrachtenden hervorzuzaubern.

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Krautreporter, 22.10.14

Wer bis hierher gelesen hat, versteht mein Dilemma: selbst mir als als Trainer und Fachbuchautor fällt es schwer, das Phänomen in einfachen Worten zu umschreiben. Dabei bin ich gerade daran, dieses Thema, Reduktion mit Humor und Elementen aus der Stand-up-Comedy, bei der im Mai 2017 erscheinenden überarbeiteten Neuauflage meines Fachbuches, stärker zu gewichten.

Unter dem Titel „Reduziert, Didaktische Reduktion für Trainer, Ausbildende und Lehrende“ führe ich in der neuen Auflage auch Beispiele auf, wie eine humorvolle Haltung den Zugang zu Menschen und Themen vereinfachen und erleichtern kann.

Körperlich kann sich eine humorvolle Lebenseinstellung in Form von einer Reduktion der Stresshormone auswirken. Aus der Psychologie erhalten wir Hinweise, dass Humor unsere Fähigkeit, mit Belastungssituationen umzugehen, stärkt. Gemeinsames Lachen stärkt den Zusammenhalt und hilft, Konflikte zu entschärfen.

« Denn Satire, wenn man sie nicht so eng fasst wie das Kabarett oder sich ihr im Wunsch nach rein unterhaltsamer Ablenkung nicht verweigert wie die Comedy, kann so viel mehr sein. So viel mehr, dass vielleicht Satire längst nicht mehr der richtige Begriff dafür ist. Nur mehr ein Hilfswort, um juristische Auseinandersetzungen aushalten zu können. Ein inhaltlich eher störendes Codewort für „Hier dürfen wir alles. »

Tim Wolff, Chefredakteur TITANIC, 1.9.16 Nitro

 

Wer in der Erwachsenenbildung und im Training die Entfaltung der Teilnehmenden unterstützen will, so meine Erfahrung, wird sich an den neuen Fallbeispielen und Hinweisen erfreuen, die ihm in der Praxis Unterstützung bei der Auswahl und Aufbereitung von Stoff und Inhalten bieten können.