Didaktische Reduktion im Literatur-Unterricht

Didaktischen Reduktion ist eine Methode, bei der es darum geht, eine komplexe Wirklichkeit zu vereinfachen, zu reduzieren, um damit eine den Lernenden angemessene Präsentation der Lerninhalte zu erreichen.

Dabei führt die Didaktische Reduktion komplexe Sachverhalte auf ihre wesentlichen Elemente zurück, um sie für Studierenden übersichtlich und verständlich zu machen.

Synonyme sind z.B. Vereinfachung, Elementarisierung, Transformation. Wenn ich bei Firmen und Organisationen Didaktische Reduktion unterrichte, weise ich stets darauf hin, dass es dabei nicht um eine Simplifizierung oder Trivialisierung geht (obwohl im Englischen der Begriff „simplify“ -anders als im Deutschen- positiv konnotiert ist), sondern eine qualitative oder quantitative Anpassung des Stoffes an die Zielgruppe.

Aus purem Spass sammle ich hier auf dieser Liste Beispiele für „Didaktische Reduktion im Literatur-Unterricht“ mit Titeln aus der Weltliteratur:

Altes Testament: Moses schafft’s nicht bis zum Gelobten Land.

Neues Testament: Jesus schafft’s über den See Genezareth zu laufen.

Samuel Beckett, Warten auf Godot: Er kommt nicht.

Max Frisch, Biedermann und die Brandstifter: Die Brandstifter wohnen bei ihm im Estrich.

William Golding, Herr der Fliegen: Alle werden von der Insel gerettet. Ausser Piggy, der ermordet wird.

George Orwell, Farm der Tiere: Dieselbigen werden im Verhalten und Aussehen immer menschlicher.

Shakespeare, Macbeth: Lady Macbeth zog im Hintergrund die Strippen.

Shakespeare, Romeo und Julia: Romeo und Julia töten sich.

John Steinbeck, Von Mäusen und Menschen: George erzählt Lennie von den Kaninchen und tötet ihn dann.

Die Liste wird bei Gelegenheit fortgesetzt. Wer hat selber Ideen, wie ein Buch oder der Inhalt eines Theaterstücks oder eines Filmes in einem Satz oder Wort „didaktisch reduziert“ werden könnte?

Weltweiter Zeitungskiosk…gleich um die Ecke!

Das Web 2.0 wird gerne als „Mitmach-Web“ bezeichnet. Denn ein wichtiges Kennzeichen von Social Media ist ja gerade die Möglichkeit, verschiedene Dienste wie Google, Twitter oder wordpress mit anderen Diensten verknüpfen zu können. Der Fachbegriff dazu lautet „Mash-up“ und durch diese „Aufmischung“ entstehen mitunter neue, interessante Angebote.

Die schwedische Firma Great Name spezialisierte sich darauf und hat den Dienst Google Maps zu einer Weltkarte der Zeitungen umfunktioniert.

Der Dienst verknüpft bereits Zeitungen aus 39 Ländern mit ihre korrekten geografischen Daten. So findet man z.B. in Kuba die Wochenzeitung „Juventud Rebelde“ oder in Deutschland die „Tageszeitung„.

Dank vielen kleinen, lokalen Zeitungen die auf der Karte aufgeführt sind erfährt die Leserschaft unter Umständen genauere Details zu einem Ereignis, als in überregionalen Zeitungen zu lesen ist.

Damit die Verständigung klappt, hat Great Name zu jeder Zeitung das Google Sprachtool integriert. Die Übersetzungen sind nicht immer über alle Zweifel erhaben, aber als sprachliches Erste-Hilfe-Set reicht’s allemal.

Im Newspaper Map  kann auf die jeweilige Stelle in der Weltkarte geklickt werden und so findet man heraus, welche Zeitungen, es in welchem Land gibt. Die Filterfunktion by language erlaubt, z.B. nur in spanischsprachigen Zeitungen zu suchen.

Sommerferien – Zeit für das süsse Nichts-Tun? Interessanter Podcast auf DRS 2 beleuchtet die Psychologie der Motivation

«Der Mensch ist geboren, um nachzudenken und zu handeln», sagte schon der römische Philosoph Cicero.

Doch diese Tage stehen für viele Menschen Ferien auf dem Programm und viele zieht es Richtung „süsses Nichtstun“. Doch geht das überhaupt und ist das Nichts-Tun wirklich erstrebenswert? Oder einfach nur ein Gegenpol zum ungesunden Zuviel-Tun?

DRS 2 bringt in der Reihe „Kontext“ einen interessanten Beitrag über das Thema „Nichtstun“. Veronika Brandstätter, Professorin für Motivationspsychologie und Balts Nill, Musiker und Autor, geben kluge Antworten auf Fragen wie z.B. „wie kommen wir in den Fluss des Handelns“, oder „was hat es mit dem Flow auf sich – dem kreativen Fluss, aus dem Künstler und normale Menschen ihre Kunst und ihr Leben gestalten können“ ?

Den Link zum Podcast finden Sie hier: http://bit.ly/RQHYuV

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Lernen mit Social Media und Crowd-Sourcing…erweiterte Lernformen mit Web 2.0

Im Guardian erschien heute ein interessanter Artikel:

http://www.guardian.co.uk/technology/appsblog/2012/mar/23/apps-mobilephones?INTCMP=SRCH
Er berichtet über die innovative Firma http://www.memrise.com

Diese bieten ein einfaches und kostenloses online Lern-Instrument an, dessen Technologie auf „FarmVille“ – Ansätzen aufbaut: Mit einer einfachen Oberfläche können Fremdsprachen, also Wörter auf Englisch, aber auch Geschichte, Käsesorten etc. gelernt werden.

Die Technologie verbindet Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften mit dem menschlichen Spieltrieb. Wer mitlernt, kann sich, e nach dem, wie erfolgreich die Aufgaben bewältigt wurden, eine Art „blühender Garten“ erschaffen (was ja einer wunderbaren Metapher für das Lernen ist entspricht).

Fortgeschrittene können selber auch Aufgaben kreieren und auf der Plattform einstellen.  Die Anwendung ist als App auf Smartphones einsetzbar. Das Angebot befindet sich noch im Aufbau. Interessant ist das Beispiel der Lektionen auf Mandarin: Dort werden die Schriftzeichen auch als Symbol (was steckt hinter dem Zeichen für „Mensch“) dargestellt und ein kleiner Video zeigt, wie die Zeichen richtig geschrieben werden.

Das Offensichtliche entfernen und das Sinnvolle zufügen

Simplicity. Prinzipien der Einfachheit. So lautet ein auch für Bildungsfachleute interessantes Sachbuch des Schweizer Autorentrios Chris Brüggen, Michael Hartschen und Jiri Scherer.

Einfachheit, Klarheit, Übersichtlichkeit…wer sehnt sich im modernen Leben nicht danach? Im Mittelpunkt des hier besprochenen Buches stehen diese fünf Prinzipien, die auch den Aufbau des Buches bestimmen:

1.    Restrukturieren
2.    Weglassen
3.    Ergänzen
4.    Ersetzen
5.    Wahrnehmen

Zu Beginn jedes Kapitels stellen die Autoren die einzelnen Prinzipien kurz vor und erläutern sie dann mit maximal drei „Massnahmen zur Vereinfachung“. Und wie in einem guten Workshop endet jedes Kapitelende mit einer Transferübung, um das Gelernte zu vertiefen und für den eigenen Arbeitsbereich nutzbar zu machen.

Da ich seit einigen Jahren selber in der Schulung und Vermittlung von „Einfachheit“, sprich: Didaktischer Reduktion, tätig bin, hat mich der auf industrielle Produktion und Dienstleistungsunternehmen ausgerichtete Fokus dieses Buches interessiert. Auch wenn bei mir die Ausgangslage etwas anders ist, denn ich arbeite vielfach mit Ausbildungsleitenden und Bildungsabteilungen, die ganz dem Titel dieses Blogs entsprechend über „Viel Stoff und wenig Zeit“ klagen und überflüssige und redundante Inhalte aus Ihrem Unterricht aussieben möchten, aber trotzdem die wichtigsten Lerninhalte ansprechend und einprägsam vermitteln wollen.

Das Buch behandelt dieses Aspekte nur am Rande und nach meiner Erfahrung reicht eine Buchlektüre dazu auch nicht aus. Für didaktische Reduktion braucht es vielmehr eine Auseinandersetzung mit den Inhalten des Fachgebietes, zum Beispiel in einem Training oder in einer Beratung. Trotzdem sind viele in „Simplicity“ erwähnte Prinzipien adaptierbar, da Bildungsarbeit ja auch einer Prozessdienstleistung entspricht, die Potential für Vereinfachung bietet.

Kritisieren könnte ich bei diesem Buch die Tatsache, dass die Fachwörter erst ganz hinten sauber definiert werden; aber da ich meine Bücher sowieso oft vom Stichwortregister her starte, hatte ich keine Probleme damit. Schade finde ich aber, dass die gleich zu Beginn aufscheinenden Begriffe „komplex“ vs. „kompliziert“ nicht definiert werden, denn nach meiner Wahrnehmung scheitert der Erfolg von Produkten und Dienstleistungen oft an Letzterem. Meine Blogseite darf ruhig komplex sein, ich wünsche mir aber eine Bedienung, die nicht kompliziert sondern…einfach ist!

Fazit: Ich empfehle das klug strukturierte und angenehm zu lesende Buch allen Personen, die Strategien für einfach anzuwendende, an den Kundeninteressen ausgerichtete Produkte und Dienstleistungen suchen. Wie die Autoren übrigens freimütig anmerken, stammen viele ihrer Ideen aus dem 2007 erschienen, gleichnahmigen Buch des Japaners J. Maeda:

„Simplicity is about subtracting the obvious, and adding the meaningful“. Dies ist auch der Grund, warum ich die Übersetzung oben als Titel dieser Rezension nutzte.

Simplicity. Prinzipien der Einfachheit. Erschienen im September 2011
Gabal Verlag, 2011, ISBN 978-3-86936-245-8

FlatworldKnowlegde – Schul- und Lehrbücher mit Web 2.0 auf Zielgruppe anpassen

Schulbuchverlage: Aufgepasst!: FlatworldKnowledge bietet neu Schul- und Lehrbücher, die von Lehrern/Professoren umgeschrieben und an das jeweilige Unterrichtskonzept angepasst werden können:

“Remixable Books” nennt Flatworld-Knowledge sein Konzept, das irgendwie an http://www.bookriff.com erinnert. Eine interessante Idee – die auch schon einen Nachahmer gefunden hat: Kein geringerer als Macmillan Publishers Ltd. hat  2010 mit DynamicBooks ein CopyCat für den  Wissenschaftsbetrieb ins Rennen geschickt. Ob sich deutschsprachige Verlage das Konzept schon angeschaut hat?